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Samstag, Juli 13, 2024
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    Die Ölexportstaaten steigen in den Wirtschaftskrieg ein

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    Die OPEC-Staaten rund um Saudi-Arabien verkündeten am Mittwoch, die Ölförderung drosseln zu wollen. Während der Großteil der Weltbevölkerung momentan die Auswirkungen der globalen Energie- und Wirtschaftskrise spürt, spekulieren Regierungen und Konzernchefs weiter auf dem Rücken der Arbeiter:innen.

    Die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, verringert die Menge des geförderten Öls. Die Rechnung der Kapitalist:innen: Weniger gefördertes Öl bedeutet weniger Angebot auf dem Ölmarkt, bedeutet einen höheren Preis pro Liter Öl. Die OPEC-Staaten erhoffen sich dementsprechend von der Drosselung eine Stabilisierung des in den letzten Monaten gefallen Ölpreises und die Sicherung der Profite ihrer nationalen Ölkonzerne.

    Die USA hatten als Teil der strategischen Schwächung Russlands zuletzt eigene Ölreserven für den weltweiten Markt freigegeben, um den Ölpreis niedrig zu halten. Das Ziel der amerikanischen Maßnahme war, Russland durch den so hergestellten niedrigen Ölpreis weniger Einnahmen aus dem Ölhandel zu ermöglichen. Die OPEC-Staaten, zu denen derzeit 13 Staaten im Nahen Osten, Afrika und Südamerika gehören, greifen den russischen Profiten somit indirekt unter die Arme und die amerikanische Maßnahme wird nun durch die OPEC-Staaten unterlaufen.

    Ohnehin zählt Russland zum erweiterten Kreis dieses Kartells, den sogenannten OPEC plus. In diesem zwischenstaatlichen Kartell werden kontinuierlich Absprachen über die Menge des zu fördernden Öls und über den Ölpreis getroffen, so dass jedes Öl-Monopol hohe Monopolprofite einfahren kann. Die Entscheidung der OPEC, Russland indirekt zu unterstützen und den Ölmarkt knapp zu halten, ist dennoch ein deutliches Zeichen für die Zuspitzung des laufenden Wirtschaftskriegs. Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es weiter dazu, die USA werden ihrerseits weitere Maßnahmen ergreifen, um die Kontrolle der OPEC über die Ölpreise zu mindern.

    Beweggrund für die Entscheidung der OPEC ist die sich anbahnende Wiederaufnahme der Gespräche der westlichen imperialistischen Staaten mit dem Iran. Weil diese diplomatischen Gespräche auch hohe Exporte von Öl aus dem Iran und somit einen niedrigeren Ölpreis zur Folge haben könnten, sehen vor allem Saudi-Arabien und die Golfstaaten ihre eigenen Profite durch die iranische Konkurrenz in Gefahr.

    Obwohl momentan noch nicht klar ist, wie stark sich die Reduzierungen der Ölfördermengen tatsächlich auf die Verfügbarkeiten von Rohöl und von verarbeiteten Produkten wie Diesel, Heizöl und Benzin auswirken werden, stieg der Ölpreis bereits direkt nach Ankündigung der Maßnahme. Auch Erhöhungen beim Diesel- und Benzinpreis sind absehbar.

    Diese Teuerungen werden voraussichtlich, so wie beim Gaspreis, direkt von der Industrie an die Verbraucher:innen weitergegeben. Während Staaten und Konzerne also im Wirtschaftskrieg manövrieren und taktieren, um für die eigenen Kapitalist:innen die höchstmöglichen Profite herauszuschlagen, muss sich der Großteil der Bevölkerung weltweit vor allem weiter auf steigende Preise, Inflation und andauernde Krise einstellen.

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