Während in der Bundesrepublik Inzidenzen und Impfdebatten zur Zeit einer Diskussion von gestern angehören, hält die Volksrepublik China weiter an ihrer Null-Covid-Strategie fest. Infektionsspitzen führen nun wieder zu einer Lahmlegung des Lebens dort. Folgen könnten auch in Deutschland spürbar werden.

Am 24. November diesen Jahres hat das Pekinger Gesundheitsamt 32.695 neue Infektionen gemeldet. Das RKI meldet für die Bundesrepublik 30.016. Damit erscheint die Anzahl an Neuninfektionen in Relation zu den Einwohnerzahlen der beiden Staaten für China marginal zu sein.

Allerdings sind dies für China die höchsten Zahlen seit dem Ausbruch der Pandemie in Wuhan im Jahr 2020. Während andere Länder versuchen, weitestgehend mit dem Virus zu leben, hält die Volksrepublik unerbittlich an ihrer „Null-Covid“-Strategie zur Bekämpfung des Virus fest – eine Herangehensweise an die Pandemie, die zu Beginn auch in Deutschland gefordert wurde.

Ziel der „Null-Covid“-Strategie ist es, jede Verbreitung des Corona-Virus’ unter allen Umständen zu verhindern. Dies soll mithilfe von weiträumigen Lockdowns schon bei einzelnen Infizierten und Massentestungen erreicht werden – schon Anfang des Jahres waren Teile von Chinas Megastädten vollkommen abgeriegelt. Sogar Haustiere infizierter Personen wurden getötet, während sich ihre Besitzer:innen in die Quarantänestationen begeben mussten.

In der Bevölkerung erfährt Chinas Corona-Strategie zunehmend weniger Rückhalt, insbesondere seit dem Vormarsch der sogenannten Omikron-Variante, die zwar um einiges infektiöser als der Urtyp ist, jedoch mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen auch ungefährlicher. 21 Millionen Menschen befinden sich in der Volksrepublik momentan im Lockdown – in Deutschland wäre dies ungefähr jede vierte Person.
Schon am Mittwoch hatte es wegen den Maßnahmen Ausschreitungen im größten iPhone-Werk der Welt in Zhengzhou gegeben ( siehe auch unser Artikel zum Arbeiter:innenaufstand in chinesischer iPhone-Fabrik).

Laut Expert:innen ist durch die Lockdowns mehr als ein Fünftel der chinesischen Wirtschaft betroffen, denn die Fabriken müssen stillstehen, wenn ihre Arbeiter:innen ihr Zuhause nicht verlassen dürfen. Laut Außenhandelspräsident Dirk Jandura gegenüber Reuters erschwere diese Strategie die deutschen Geschäftsbeziehungen mit der Volksrepublik spürbar.

Obwohl aufgrund dieser Ursachen Chinas Exporte und Importe sinken, seien laut Jandura deutsche Sorgen um leere Supermarktregale unbegründet. Der chinesische Umgang mit dem Virus sei den Handelsteilnehmer:innen bekannt, so dass sie seit der letzten Lockdown-Welle in China Anfang diesen Jahres Handelswege modifiziert hätten und neue Lieferanten gefunden wurden.


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