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Samstag, Juli 13, 2024
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    Pistorius in den USA: Fette Rüstungsdeals und Weltmachtambitionen

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    Boris Pistorius war auf Antrittsbesuch in den USA. Dort ging es um Deutschlands Rolle im Indo-Pazifik, das transatlantische Bündnis und gemeinsame Rüstungsprojekte. Rheinmetall rechnet sich dabei Chancen auf einen Milliarden-Deal aus.

    „Ich habe, wir haben als Bundesrepublik Deutschland die USA stets als unseren wichtigsten Verbündeten betrachtet und erlebt“, so Verteidigungs- und Kriegsminister Boris Pistorius vor seiner Abreise in die USA im ZDF-Morgenmagazin. Verärgern dürfte das vor allem den Bündnispartner Frankreich, dessen Präsident Macron bald in Deutschland erwartet wird.

    Denn diese Worte von Pistorius waren nicht einfach nur so dahin gesagt, sondern hatten auch einen konkreten Beweggrund. Sein Antrittsbesuch zeigt nämlich deutlich, dass Konzerne und Regierung in Deutschland eine noch dominantere Rolle in der Welt anstreben, dafür aber eine zeitweilige Stellung als Juniorpartner der USA von Nutzen ist.

    Deutschland und der Indo-Pazifik

    Konkret lässt sich das an den Äußerungen in den Gesprächen ablesen, die zur zukünftigen Deutschlands Rolle im Indo-Pazifik stattgefunden haben. Hier kündigte Pistorius an, das deutsche „Engagement“ verstetigen zu wollen. Aber: Von der Etablierung als eigenständige Militärmacht in der Asien-Pazifik-Region sei man noch „zu weit weg und nicht genügend verankert“.

    Konkret werden nun deutsche Soldat:innen zusammen mit US-Marines bei der Übung “Talisman Sabre” in Australien trainieren. Außerdem will Deutschland im nächsten Jahr erneut eine Fregatte in den Indo-Pazifik entsenden, die sich an der Marineübung “RIMPAC” und der Überwachung der Sanktionen gegen Nordkorea beteiligen soll.

    Man will also einen Fuß in die Tür bekommen, um vielleicht für später wenigstens schon einmal „verankert“ zu sein, sich derweil aber auf das Erreichen einer militärischen Führungsrolle in Europa konzentrieren. So wurde etwa Deutschlands Entscheidung, 4.000 Soldat:innen fest in Litauen zu stationieren, von der New York Times als Schritt bewertet, „eine stärkere Führungshaltung in Europa“ einnehmen zu wollen.

    Fette Deals für Rüstungskonzerne

    Rund um den Pistorius-Besuch in den USA waren auch gemeinsame Rüstungsprojekte oder Deals mit den Waffenschmieden aus dem jeweils anderen Land Thema: So wird die Bundeswehr US-Kampfjets vom Typ F-35A und schwere „CH-47F Chinook“-Transporthubschrauber beschaffen.

    Im Gegenzug rechnet sich der florierende deutsche Waffenhersteller Rheinmetall Chancen auf einen gigantischen Deal aus: So wird in den USA derzeit über die Anschaffung eines Nachfolgemodells für den Schützenpanzer “Bradley” diskutiert. Im Raum steht dabei ein 45-Milliarden-Deal mit dem Düsseldorfer Konzern.

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