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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    Jedes Verpflichtungsgefühl gegenüber den Helfer:innen der Imperialisten ist geheuchelt

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    Wieder einmal zeigt sich, dass, wer sich in die Dienste imperialistischer Mächte stellt, nichts Gutes zu erwarten hat. Presse-Recherchen zufolge werden die Anträge zahlreicher afghanischer Mitarbeiter:innen von deutschen Institutionen abgelehnt, wenn sie beantragen, nach Deutschland einreisen zu dürfen. – Ein Kommentar von Paul Gerber

    Recherchen von NDR, WDR, SZ und Lighthouse kommen gemeinsam zu dem Ergebnis, dass ein bedeutender Teil von Afghan:innen, die im Afghanistankrieg für deutsche Institutionen gearbeitet hatten, nun die Einreise nach Deutschland verweigert wird.

    Die Argumentation der Behörden ist dabei oft typisch bürokratisch-zynisch: Ein bedeutender Teil der Abgelehnten sei ‘nur’ auf Grundlage von sogenannten ” Werkverträgen” für die “Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit” (GIZ) tätig gewesen, die in Afghanistan ein Ausbildungsprojekt für Polizist:innen durchführte. Außerdem sähen die Richtlinien der Ministerien vor, dass nur nach Deutschland geholt werden dürfe, dessen Gefährdungslage sich deutlich von der allgemeinen Gefährdungslage im Land abhebe. – Mit anderen Worten: Wenn das Land ganz allgemein Not leidet, zum Beispiel in Form einer verschärften Hungersnot, dann spricht sich die Bundesregierung auch von der Verantwortung für einzelne ehemalige Bedienstete der eigenen Armee frei.

    Der Fall zeigt nur ein weiteres Mal: Wer sich für die kriegerischen Interessen der USA, Deutschlands oder auch Russlands einspannen lässt, kann sich danach keinesfalls auf ihre treue Dankbarkeit verlassen – vielmehr darauf, behandelt zu werden, wie ein unliebsam gewordener Hund, der an einer Autobahnraststätte ausgesetzt wird.

    Neben den afghanischen Polizeiausbilder:innen trifft das auch auf die russische Wagner-Söldnertruppe zu. Diese waren aus den eigenen Reihen beschossen worden, was zu einem gescheiterten Putschversuch führte.

    Letztlich sehen wir dieses Muster auch bei den Beziehungen der NATO zur Ukraine. Die ukrainischen Soldat:innen haben solange das „Privileg“, mit NATO-Waffen in der Hand für die Interessen des Atlantisches Bündnisses zu kämpfen und zu sterben, wie es dem Nordatlantikpakt passt. Eine Mitgliedschaft in der NATO verdient sich die Ukraine damit aber trotzdem noch nicht, solange die dort führenden Kräfte ihre übergeordneten strategischen Ziele dadurch gefährdet sehen.

    • Paul Gerber schreibt von Anfang bei Perspektive mit. Perspektive bietet ihm die Möglichkeit, dem Propagandafeuerwerk der herrschenden Klasse in diesem Land vom Standpunkt der Arbeiter:innenklasse aus etwas entgegenzusetzen. Lebensmotto: "Ich suche nicht nach Fehlern, sondern nach Lösungen." (Henry Ford)

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