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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    Alle im selben Boot? Großkonzerne trugen maßgeblich zu Preissteigerungen bei

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    Seit mehr als zwei Jahren geht es ständig um das Thema Inflation. Immens steigende Preise im Supermarkt, an der Tankstelle und die Mieten schießen auch in die Höhe. Zu treffen scheinen die Preissteigerungen alle, insbesondere die ärmeren Teile der Bevölkerung. Sich freuen, das tut bestimmt keiner– aber sind die Teuerungen wirklich für alle etwas Schlechtes?

    Welche Umstände haben zu den Preissteigerungen geführt?

    Auf die Frage, wie die Teuerungen denn überhaupt entstehen, erhält man oftmals folgende Antwort: Es befinde sich zu viel Geld im Umlauf, weshalb es allmählich immer mehr an Wert verliert, was man allgemein als „Inflation“ versteht. Diese Aussage ist durchaus richtig und spielt eine Rolle, aber an den Ausmaßen der Teuerungen, wie wir sie gerade erleben sind noch mehr Faktoren beteiligt. Genauso ist es nicht einfach „Putins Krieg“, der die Preise nach oben treibt, wie oft behauptet.

    Durch die Krise im Jahr 2018, erlitt die Industrieproduktion in Deutschland im Jahr 2019 den stärksten Rückgang seit der Weltwirtschaftskrise 2008. Kurz darauf kam es zum Ausbruch der Coronapandemie. Der Rückgang in der Industrieproduktion wurde erneut stark befördert, weltweite Lieferketten wurden unterbrochen, Rohstoffe und Angebote kamen ins Stocken und die Industrieproduktion kam nur sehr schwer wieder ins Rollen. Zu allem Überfluss ereignete sich im Februar 2022 der Angriff Russlands auf die Ukraine, welcher ebenfalls für erhebliche Lieferungseinschränkungen und Begrenztheit auf dem Markt sorgte. All diese Aspekte sorgten gemeinsam für einen Anstieg der Preise.

    Und die Unternehmen?

    Während scheinbar alle unter den Teuerungen leiden, sich ihre Miete und Nahrungsmittel nicht mehr leisten können und die steigenden Preise kein Ende nehmen, gibt es auf der anderen Seite auch regelrechte Gewinner. Aus einer Statistik zum Thema Inflation geht hervor, dass in den vergangenen zwei Jahren die Gewinne der Unternehmen einen mindestens genauso großen Teil zur Inflation beigetragen haben, wie steigende Importpreise.

    Konzerne nutzen die derzeitigen Krisen für sich, um ihre Gewinne in die Höhe zu treiben. Deutsche Unternehmen verzeichnen im Jahr 2022 Rekordumsätze – für Siemens, Allianz, SAP und viele mehr, war das letzte Jahr ein absoluter Höhepunkt.

    Was bedeutet das für die Arbeiter:innen?

    Dass die Preisexplosion für die größten Teile der Bevölkerung eine schwere Last darstellt, liegt auf der Hand. An immer mehr Stellen muss eingespart werden, Vieles, was vorher als grundlegendes Produkt galt, wird zum Luxusgut. Die Politiker:innen reagierten auf diesen Zustand mit Einmalzahlungen und sogenannten Entlastungspaketen. Für viele war das vielleicht eine Hilfe für kurze Zeit, doch die Preise stiegen weiterhin. Tatsächliche Unterstützung blieb aus und eine langfristige Lösung wurde nicht geboten.

    Die Lebensverhältnisse der Bevölkerung werden dabei zu einem großen Anteil dadurch verschlechtert, dass Firmen sich höhere Profite einheimsen. Am Beispiel dieser „Krisenbewältigung“, lässt sich leicht erkennen, für wen in diesem Land Politik betrieben wird. Es sind eben nicht die Arbeiter:innen, wie immer lautstark betont, sondern die mächtigen und einflussreichen Unternehmen, die mit einem Grinsen da stehen. Die aktuellen Studien über die Krisengewinne der Unternehmen zeigen aber auch, dass man sich nicht damit zufrieden geben darf, wenn Konzerne oder Gewerkschaftsspitzen meinen, es gebe nicht genug Geld für einen echten Inflationsausgleich.

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