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Freitag, Juli 19, 2024
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    Kundgebung in Duisburg-Vierlinden nach dem Mord an einer jungen Frau

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    Am 1. Oktober wurde in Duisburg eine junge Frau von ihrem ehemaligen Partner getötet. Als Reaktion darauf hat bereits eine Protestaktion gegen Femizide stattgefunden, weitere sollen folgen.

    Am Mittwoch, den 4.10., versammelten sich ca. 200 Menschen auf dem
    Franz-Lenze-Platz in Duisburg-Vierlinden, nachdem in dem Stadtteil am
    Sonntag eine 19-jährige Frau und ihr Baby erst angefahren wurden, die
    Frau anschließend von ihrem Ex-Partner verprügelt wurde und sie an ihren
    Verletzungen im Krankenhaus starb.

    Aufgerufen hatte hierzu die “Junge-Frauen-Organisation ZORA”. Sie kritisiert:
    „Während in den Medien viel von einem „tragischen Unfall“ gesprochen
    wird, ist klar: Es war Mord, es war ein Femizid!“

    Femizide sind Morde an Frauen, meistens sogar durch den Partner oder Ex-Partner. Oft, wie auch in diesem Fall, werden Frauen umgebracht, wenn sie sich trennen wollten oder
    getrennt haben. Dabei ist dieser Femizid in Duisburg kein Einzelfall. Allein im
    September 2023 gab es in Deutschland 19 Morde an Frauen, im gesamten
    Jahr sind es schon über 90.

    Die junge Frauenorganisation ZORA hatte zu der Kundgebung aufgerufen, um
    der jungen Frau zu gedenken und eine politische Antwort auf diesen
    Femizid zu geben: „Wenn uns eine genommen wird, antworten wir alle!“,
    sagte Sprecherin Anna zu Beginn der Kundgebung. „Wir werden so lange auf
    die Straße gehen, bis niemand von uns mehr Angst haben muss und uns
    keine Schwester mehr genommen wird“, hieß es in anderen Redebeiträgen.

    An der Kundgebung beteiligten sich neben zahlreichen Menschen aus der
    Nachbarschaft auch politische Organisationen, unter anderem “Young
    Struggle”, “Pride Rebellion” und der “Asya-Yüksel-Frauenrat”. Zwischen den
    Redebeiträgen wurden immer wieder Gedichte vorgetragen, unter anderem
    eines, das der sechsfachen Mutter Zohra gewidmet wurde.

    Zohra war eine junge Frau, die in Berlin am 29. April 2022 nach der Trennung von ihrem Mann auf offener Straße ermordet wurde, nachdem sie mehrfach nach Hilfe gerufen hatte und bereits in einer Hilfsunterkunft gelebt hatte. Auch ihrer hatte die Berliner Ortsgruppe von ZORA mehrmals mit Kundgebungen gedacht.

    Für kommende Woche kündigen die Aktivistinnen eine weitere Kundgebung zu diesem Thema an: dieses Mal in der Duisburger Innenstadt am Mittwoch, den 11.10., um 17 Uhr vor dem Forum. Alle seien eingeladen, teilzunehmen und ihre Trauer, ihre Anteilnahme, aber auch ihre Wut auszudrücken, so der Aufruf.

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