Sprecher der Gefangenen Gewerkschaft GG/BO warnt vor Knast-Aufständen.

Chronische Überbelegung, medizinische Mangelversorgung, massive Einschränkungen von Freizeitangeboten, Um- und Aufschlusszeiten, regelmäßige Schlägereien und eine rasant steigende Suizidrate, dass sollen einige der Gründe sein, weshalb Oliver Rast, Sprecher der Gefangenen Gewerkschaft GG/BO vor möglichen Gefängnis-Revolten in Deutschland warnt.

In einem Artikel auf dem Blog der HuffingtonPost nennt Rast konkrete Anhaltspunkte aus Gefängnissen in verschiedenen Bundesländern Deutschlands. Er berichtet etwa von einer Protestaktion mehrere Gefangener in der JVA Lübeck, welche sich vor einigen Tagen weigerten nach dem Hofgang in ihre Zellen zurück zu kehren, um ein Gespräch mit der Anstaltsleitung zu erwirken. Die Anstalt lies daraufhin die Bereitschaftspolizei mit 15 Einsatzwägen in das Gefängnis anrücken.

Auch die steigende Suizidrate unter Gefangenen sieht Rast als ein Indiz. Allein in der JVA Dresden gab es in den letzten Monaten drei Selbstmorde. Zahlreiche weitere in verschiedenen Berliner Gefängnissen und weiteren Anstalten.

Rast berichtet auch von gezielter Repression gegen die Organisierung von Gefangenen. So seien bekannte AnsprechpartnerInnen und VertreterInnen der Gefangenen Gewerkschaft mit Repressionen überzogen worden. Diese reichen von der Zurückhaltung der Post bis zur plötzlichen Verlegung in andere Gefängnisse.

Rast fordert, dass letztlich die „totale Institution Knast“ infrage gestellt werden müsse.