Polizisten mit Kriegswaffen gegen 500-Personen-Demo eingesetzt.

Das linke Bündnis „Irgendwo in Deutschland“ rief gestern, am 02.09., zu einer Demonstration in Wurzen (Nähe Leipzig) auf. Unter dem Motto „Das Land – rassistisch, der Frieden – völkisch, unser Bruch – unversöhnlich“ nahmen rund 500 DemonstrantInnen an dem Protestmarsch gegen faschistische Strukturen teil. Neben Gegenprotesten rechter Demonstrierender wurde der Zug auch von massivem Polizeiaufgebot begleitet – darunter auch ein Sondereinsatzkommando (SEK) mit Hubschrauber.

Der Anlass der Protest-Aktion war, dass sich das ausländerfeindliche Pogrom in Rostock-Lichtenhagen zum 25. Mal jährt. Damals war unter dem Applaus der Anwohner ein brutaler faschistischer Angriff auf ein Asylbewerberheim verübt worden. Bei diesem blieb die Polizei über 3 Stunden lang untätig (weil unerreichbar), als MigrantInnen sich aus dem in Brand gesetzten Hochhaus zu retten versuchten.

„Irgendwo in Deutschland“ versteht Wurzen als einen wichtigen Stützpunkt für die Szene der Neonazis in Sachsen. Für die Demonstration am Samstag waren zunächst rechte Gegenproteste angemeldet worden, diese wurden jedoch kurzfristig abgesagt. Dennoch schätzte die Polizei Sachsen die Lage als gefährlich genug ein, um die Demonstration mit einem Sondereinsatzkommando „abzusichern“, das mit Kriegswaffen ausgerüstet war. Auch Wasserwerfer wurden aufgefahren und ein Polizeihubschrauber kreiste über der Kleinstadt.

Der Anmelder der Demonstration war als Sprecher der „Roten Flora“ in Hamburg auch an der Organisation der „Welcome to Hell“-Demo anlässlich des G20-Gipfels beteiligt. Auch aus diesem Grund wird die Kritik laut, das Ausmaß des Polizeiaufgebots hänge mit den Protesten rund um den Gipfel zusammen. Bei diesen seien bewaffnete Spezialkräfte auf linke Demonstrationen zur Normalität erklärt worden.