Bericht der Bundesregierung zeigt massive Einkommensunterschiede auf.

Auch 27 Jahre nach dem Anschluss der ehemaligen DDR an die Bundesrepublik Deutschland gibt es weiter massive Einkommensunterschiede zwischen Beschäftigten in Ost- und Westdeutschland. Dies geht aus einem Bericht der Bundesregierung zum „Stand der deutschen Einheit“ hervor.

In Ostdeutschland liegt die „Wirtschaftsleistung pro Einwohner“ im Durchschnitt rund 27 Prozent niedriger als im Westen. Laut dem Bericht der Bundesregierung wird dafür vor allem das Fehlen von Großunternehmen genannt. Diese waren beim Anschluss der Gebiete der ehemaligen DDR gezielt aus Ostdeutschland abgezogen worden.

Der Bericht zeigt zudem auf, dass sich die Lücke der Wirtschaftsleistung und der Einkommen immer langsamer angleicht: Heute ist kein einziges ostdeutsches Unternehmen im Börsenleitindex „DAX 30“ vertreten und fast kein Großkonzern hat seine Firmenzentrale oder große Produktionsstätten in Ostdeutschland. Viele Unternehmen in Ostdeutschland seien zudem direkt an westdeutsche Unternehmen gebunden und von diesen abhängig, so der Bericht.

Auch die Löhne liegen in Ostdeutschland im Schnitt rund 20 Prozent unter vergleichbaren Löhnen in Westdeutschland. Hinzu kommt, dass weit weniger Unternehmen an Tarifverträge gebunden sind und der Niedriglohn-Bereich weit größer ist als in Westdeutschland. Die Arbeitslosigkeit liegt im Schnitt rund vier Prozentpunkte über der in Westdeutschland, wobei einzelne Regionen noch weit schwerer betroffen sind.

Ebenso wird die soziale Versorgung der Bevölkerung in Ostdeutschland zunehmend zu einem Problem, da wichtige soziale Infrastruktur immer weiter abgebaut wird. So bilanziert der Bericht: „In Teilen Ostdeutschlands stellt heute die Sicherung der Daseinsvorsorge eine Herausforderung dar.“