Immer mehr Abschiebungen scheitern, weil sich Geflüchtete wehren oder Piloten den Transport verweigern.

Über 800 Abschiebungen mussten im Jahr 2017 abgebrochen werden, weil Geflüchtete Widerstand leisteten oder die Piloten die Abschiebung ablehnten. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei hervor. Insgesamt hat sich die Zahl der gescheiterten Abschiebungen im Vergleich zum Vorjahr damit verdoppelt.

Von insgesamt 981 gescheiterten Abschiebungen wurden 525 wegen Widerstandshandlungen gestoppt, doppelt so viele wie im Vorjahr. Bei 314 Fällen weigerten sich Piloten oder die Flugzeugbesatzung, die Abzuschiebenden zu transportieren (ein Plus von 126 Prozent). In 111 Fällen meldeten sich die Asylbewerber krank (plus 50 Prozent). In 31 Fällen wiesen die Herkunftsländer die Aufnahme ab.

Die Gesamtzahl der Abschiebungen ist nach Angaben des Innenministeriums im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 23.966 Abschiebungen gesunken. Auch die Zahl der freiwilligen Ausreisen mit Hilfe staatlicher Unterstützung sank 2017 um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr – von 54.000 im Jahr 2016 auf 29.587 im vergangenen Jahr.