Die „Smart City“ Orlando als Testgebiet für Amazons Überwachungssoftware „Rekognition“

Bereits seit Ende vergangenen Jahres bietet „Amazon Web Services“ (AWS) mit seinem Produkt „Amazon Rekognition“ ein Programm an zur Echtzeit-Gesichtserkennung, zu automatischem Text-im-Bild-Leseverfahren und der Echtzeit-Analyse von demographischen Informationen und Gefühlsregungen in Bildern und Videos an (Link).

Den eigenen Angaben zufolge soll die Software weitaus präziser arbeiten als die vergleichbarer Anbieter. So verspricht Amazon, dass bis zu einhundert Personen gleichzeitig aus einer großen Menschenansammlung heraus in Echtzeit erkannt werden könnten. Rekognition soll laut Amazon insbesondere für die staatliche Überwachung eingesetzt werden.

Schon heute wird das Amazon-Programm in mindestens zwei US-amerikanischen Städten zur Verbrechensbekämpfung und Überwachung eingesetzt. Dabei soll die Software durch das Einspeisen von immer weiteren Fotos und mit Hilfe von maschinellem Lernen in Zukunft immer bessere Ergebnisse liefern.

Die Stadt Orlando ist Vorzeige-Kundin von Amazon: „Orlando ist eine Smart City. Es gibt Kameras überall in der Stadt“, so Ranju Das, der Leiter der Rekognition-Sparte bei Amazon. „Die autorisierten Kameras streamen [an Amazon]. Wir analysieren die Daten in Echtzeit.“ Dass es dabei nicht lediglich um Verbrechensbekämpfung geht, zeigt die folgende Äußerung von Das: „Wir gleichen mit der Bildersammlung ab, die [Orlando] hat. Das könnte der Bürgermeister sein, oder [andere] Personen von Interesse, die sie verfolgen wollen.“ (Link)

Auch die Polizeibehörde des Bundesstaats Oregon setzt Rekognition bereits ein. Dort wurden 300.000 Fotos von Festgenommenen in das System eingespeist. Diese werden ab sofort auf allen Kamerabildern in Echtzeit markiert und können jederzeit live am Bildschirm verfolgt werden. Weitere Fotos können demnach – wann auch immer – per Smartphone durch die Beamten ergänzt werden.

Zukünftig will Amazon Rekognition auch für Privatkunden zur Verfügung stellen. So könnten mit Hilfe des Programms etwa alle MitarbeiterInnen einer Firma auf dem eigenen Werksgelände dauerhaft überwacht werden.