Vom Klimawandel, seinem Ursprung und seinen Folgen – ein Kommentar von Max Rose

Die Notwendigkeit eines funktionierenden Ökosystems als Lebensgrundlage für die menschliche Existenz ist nicht zu leugnen. Der Mensch ist abhängig von der Natur und wird dies immer bleiben! Er schafft aus der Natur mittels seiner Arbeit und der Möglichkeit, die Naturgesetze zu erkennen und anzuwenden (was ihn wiederum von den übrigen Tieren unterscheidet), seine Nahrung, Kleidung, Unterkunft und weiteres.  Auch wenn in unserer modernen Gesellschaft kaum noch jemand sich selbst seine Beeren pflückt oder seine Hose näht, muss all dies doch getan werden und hierfür muss der Mensch in die Natur eingreifen, hier spricht ja auch nichts dagegen. Der Mensch greift seit seiner Existenz als Mensch aktiv in die Natur ein und verändert diese zu seinen Gunsten, er steht nicht außerhalb der Natur, sondern mitten in ihr.

Doch die zunehmende Zerstörung unser Umwelt durch das Profitstreben der Konzerne im Kapitalismus gefährdet diese, für den Menschen so lebensnotwendige, Partnerschaft. Die Konzerne haben kein Interesse an einer umweltschonenden Produktion, die ihren Profit schmälert. Sie greifen immer so in die Politik ein, dass die Umweltschutzmaßnahmen gerade niedrig genug sind, damit sie keine Profiteinbuße erleiden müssen, und ist der Protest in der Bevölkerung doch einmal zu groß und zwingt die Politik zu höheren Umweltschutzmaßnahmen, so brechen Konzerne wie VW diese in ihren eigenen Ländern und müssen keinerlei Konsequenzen seitens der Regierung befürchten.

Ja, heute ist es nicht mehr zu leugnen: Nach etwa 150 Jahren der kapitalistischen Produktionsweise seit der Industrialisierung haben wir bereits einen Anstieg der globalen Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius zu verzeichnen und 12 der 13 wärmsten Jahre seit 1850 liegen in dem Zeitraum zwischen 1995 und 2007. Diese massive Erderwärmung führt jetzt schon zu drastischen Folgen: So führten die aus dem Klimawandel hervorgehenden extremen Wetterschwankungen zu massiven Überschwemmungen 2010 wie z.B in Pakistan, Australien, Kalifornien oder großen Dürreperioden in Russland, bis hin zur extremen Kälte in Südamerika oder Europa.

Lebensgrundlagen verschwinden im Meer

Zudem steigt durch das Abschmelzen der Polarkappen der Meeresspiegel an, was viele kleinere Inseln heute schon unbewohnbar gemacht hat. Ein Beispiel ist hier der kleine Inselstaat Kiribati im Pazifik, der jetzt schon zu 28% mit Wasser bedeckt ist. Die dort lebenden Menschen verlieren ihre Häuser und Felder, von denen sie bis jetzt gelebt haben. Kurzum: sie verlieren ihre Lebensgrundlage. Einem UN-Bericht zufolge soll bereits in 13 Jahren die Inselgruppe zu 50% im Meer verschwunden sein. Was dann jedoch aus den dort lebenden Menschen wird, ist unklar und bis jetzt gibt es von den Industrienationen, die diese Katastrophe hauptsächlich verursacht haben, keine Lösungsvorschläge. Die Menschen von Kiribati sind größtenteils Selbstversorger und leben von dem, was sie selbst produzieren, sie haben kein Geld um Schlepper zu bezahlen, wie zum Beispiel Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Syrien oder Afghanistan, und dennoch werden diese Menschen irgendwann versuchen, von den untergehenden Inseln wegzukommen.

Wenn sie es dann aber aufs Festland geschafft haben , werden sie wahrscheinlich nicht als Flüchtlinge anerkannt. So gibt es zum Beispiel in der deutschen Bürokratie gar keine Klimaflüchtlinge, sie würden als Wirtschaftsflüchtlinge tituliert und in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden – nur liegt dieses dann unter Wasser. Es werden jedoch auch Menschen vor Dürre und wegen aller weiteren möglichen Umweltkatastrophen flüchten. Momentan gibt es laut UN 20 Millionen Klimaflüchtlinge. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht jedoch davon aus, dass in den nächsten 30 Jahren bereits 200 Millionen Menschen aufgrund der vorangeschrittenen Umweltzerstörung und des damit einhergehenden Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen. So ist die Umweltzerstörung und der damit einhergehende menschengemachte Klimawandel die Fluchtursache Nummer 1.

Unsere Aufgabe ist es nun, die Probleme, die uns der Kapitalismus mit seiner umweltzerstörerischen Natur gebracht hat, fertig zu werden und nicht still zuzuschauen, wie Millionen von Menschen im Mittelmeer ertrinken, auf ausgetrockneten Feldern verdursten oder ihre Ernten von Flutwellen zerstört werden. Unsere Aufgabe ist es, sich gegen dieses System der Ausbeutung von Mensch und Natur zu stellen. Oder wie die Ärzte sagen würden…

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist,
es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“