Über 50.000 Menschen protestierten am Wochenende in ganz Frankreich: Große Demonstrationen in Paris, Toulouse, Bordeaux und Lyon. Ein Demonstrant wurde vor der Nationalversammlung in Paris schwer verletzt. Wieder dutzende Festnahmen.

Erneut haben in ganz Frankreich mehrere zehntausend Menschen in gelben Westen gegen Präsident Macron und die Politik der Regierung demonstriert. Nach offiziellen Angaben des Staates gingen am 13. Gelbwesten-Aktionstag 51.400 Menschen auf die Straßen. Besonders zahlreich versammelten sich die DemonstrantInnen in der Hauptstadt Paris sowie in Bordeaux, Toulouse und Lyon.

In Paris beteiligten sich nach Behördenangaben etwa 4.000 Personen an den Protesten. Videos in den sozialen Medien lassen dabei eine deutlich höhere TeilnehmerInnenzahl vermuten. Hier kam es erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und der Polizei. Besonders heftig waren diese vor der Nationalversammlung, dem französischen Parlament. Dort sollen einige AktivistInnen nach Angaben des Senders franceinfo versucht haben, Zäune zu durchbrechen. Bei den darauf folgenden Kämpfen mit der Polizei wurde ein Demonstrant schwer an der Hand verletzt. Offenbar explodierte eine Blendgranate der Polizei, als er versuchte, sie abzuwehren. Medienberichten zufolge habe der Mann mindestens vier Finger verloren. Es soll sich um einen Fotografen der Gelbwesten handeln.

Seit geraumer Zeit steht die französische Polizei wegen ihres brutalen Vorgehens gegen die Gelbwesten-Proteste in der Kritik. Das betrifft vor allem den Einsatz von Tränengas, Gummigeschossen und mit dem Sprengstoff TNT gefüllte Granaten. Berichten zufolge sollen Polizisten bei verschiedenen Gelegenheiten in den letzten Wochen Gummigeschosse gezielt auf Unbewaffnete abgefeuert und damit schwerste Verletzungen in Kauf genommen haben. Auch an diesem Samstag setzten die Sicherheitskräfte wieder Tränengas ein.

Frankreich: Gelbwesten demonstrieren gegen Polizeigewalt

Am Nachmittag zogen die DemonstrantInnen in der Hauptstadt auf der linken Seine-Seite in Richtung  Eiffelturm. Dort ging am frühen Abend ein Auto der Anti-Terror-Einheit Sentinelle in Flammen auf. Ansonsten seien die Proteste an diesem Wochenende weitgehend friedlich verlaufen (Link).