8.5 Prozent mehr Lohn sowie höheres Urlaubsgeld fordern die Gewerkschaften für LeiharbeiterInnen. Ihre Verhandlungsposition ist allerdings schlecht, und selbst, wenn alle Forderungen erfüllt würden, ist Altersarmut vorprogrammiert.

Heute beginnen die Tarifverhandlungen für Beschäftigte bei Leiharbeitsunternehmen. An diesen Gesprächen nehmen alle DGB-Gewerkschaften teil, Gesprächspartner sind der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) sowie der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP).

Bisher wird ein Großteil der Zeitarbeitenden mit 9,79 Euro pro Stunde entlohnt. In Ostdeutschland sind es sogar nur 9,49 stündlich – ab nächstem Jahr sind das 6 Cent mehr als der Mindestlohn. Die Gewerkschaften fordern stündlich 10,30 Euro im Osten beziehungsweise 10,62 Euro in Westdeutschland. Selbst wer lückenlos bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt ist, gerät damit dennoch in die Altersarmut. Eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hatte ergeben, dass ein Lohn von 12,36 Euro stündlich über einen Beschäftigungszeitraum von 45 Jahren gezahlt werden müsste, um das Existenzminimum von 794 Euro monatlich zu erreichen.

Die Forderungen der Gewerkschaft würden die LeiharbeiterInnen also nach wie vor in einer höchst prekären Situation belassen. Die neue Gesetzeslage, die ihre Situation verbessern sollte, ist praktisch wirkungslos. Das reformierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz besagt, dass ZeitarbeiterInnen nach neun Monaten das Recht haben, wie unbefristet Beschäftigte entlohnt zu werden. De facto sind aber die wenigsten Zeitarbeitsverträge auf eine Dauer von mehr als sechs Monaten ausgelegt.

Beschäftigte von Leiharbeitsunternehmen sind nur sporadisch gewerkschaftlich organisiert. Der DGB plant deswegen, mit der neuen Tarifrunde auch die Mitgliedschaft attraktiver wirken zu lassen. Bestimmte Verbesserungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld wollen die DGB-VertreterInnen teilweise nur für Gewerkschaftsmitglieder aushandeln.

Die Arbeitgeberverbände haben den Forderungen bereits gestern eine Absage erteilt.