In Döbeln ist zum wiederholten Male eine selbsternannte rechte „Bürgerwehr“ durch die Straßen patroulliert. Besorgte AnwohnerInnen verständigten die Polizei. Nun wird gegen die Bande ermittelt. Doch Döbeln ist nicht das einzige Opfer rechter Bürgerwehren.

Es erinnert an die dunkelsten Zeiten Deutschlands. Eine Bande patrouilliert in Döbeln, einer Großen Kreisstadt im sächsischen Landkreis Mittelsachsen, durch die Straßen und will ihr Verständnis von Recht und Ordnung durchsetzen. Auf ihren Westen tragen sie die Aufschrift „Schutzzonen“, darüber ein Emblem, das an eine Mischung aus Schild und SS-Rune erinnert. Schon am Dienstag riefen AnwohnerInnen wegen der rechten Bürgerwehr die Polizei. Als die kam, erklärten die selbsternannten Sheriffs, dass man bereits „nach Cannabis riechende Ausländer verjagt“ habe. Gegen die Männerbande wurde eine Anzeige wegen Nötigung und Amtsanmaßung eingeleitet.

Ähnliches fand zwei Tage darauf am Donnerstag statt. Die „Bürgerwehr“ zog in ihren Uniformen durch die Straßen, als die Polizei sie aus dem Verkehr zog. Nun wird zusätzlich wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

In verschiedenen deutschen Städten kommt es regelmäßig zu solchen oder ähnlichen Begebenheiten. Eng verflochten mit den rechten Bürgerwehren sind faschistische Gruppen wie die NPD. So beklagt die „Schutzzone“ auf ihrer Facebook-Seite eine „Verausländerung“ und hetzt gegen Muslime und „Afros“. Und auch die AfD ist ein Verbündeter der Bande: Sie spricht eine offizielle Wahlempfehlung für die rechtsradikale Partei aus.

Ein weiteres Feindbild für die rechte Bürgerwehr sind Linke. Die Seite postete ein Foto, auf dem sich vier Männer vor dem Büro der Partei Die Linke positionieren und schrieb dazu die Aufschrift: „Bei den Linken sollte man immer wieder mal nach dem Rechten sehen.“ Darüber hinaus werden Fotos von Menschen hochgeladen, die mutmaßlich zur „Antifa“ gehören.