Mehreren Zeitungsberichten zufolge will der US-amerikanische Konzern eine große Fabrik in der brandenburgischen Gemeinde Grünheide aufbauen. Am Standort sollen Batterien und ganze Automodelle produziert werden. Tesla kündigt an, etwa 10.000 Personen beschäftigen zu wollen.

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke (SPD) sprach von einer „hervorragenden Nachricht für unser Land“. Offenbar hat sich die brandenburgische Regierung für Grünheide als Standort bereits seit längerem eingesetzt und sich nun offenbar gegenüber Konkurrentinnen wie der Stadt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen durchgesetzt.

Es liegt nahe, dass die Landesregierung die Zusage von Tesla als Erfolg in der Gestaltung des sogenannten „Strukturwandels“ in der brandenburgischen Lausitz verbucht. Ob Teslas Fabrik aber tatsächlich die insgesamt knapp 30.000 Stellen, die Schätzungen zufolge von der Braunkohleförderung abhängen, nennenswert kompensieren kann, bleibt abzuwarten.

Der Elektroauto-Markt ist noch hart umkämpft. Auch wenn Tesla momentan einen Marktanteil von etwa 30% in Europa für sich in Anspruch nimmt, ist nicht garantiert, dass das so bleibt, wenn deutsche Hersteller nachziehen oder die momentane Wirtschaftskrise voll durchschlägt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Grünheide unmittelbar vor der Berliner Stadtgrenze liegt. Es handelt sich somit faktisch eher um ein Bekenntnis des US-amerikanischen Konzerns zur deutschen Hauptstadt Berlin und seiner Infrastruktur als zum Land Brandenburg als Wirtschaftsstandort.