Der „Fridays for Future“-Bewegung zum Trotz wird der weltweite Ausstoß von CO2 im laufenden Jahr 2019 erneut ansteigen und damit die Rekordwerte der vergangenen Jahre noch übertreffen.

Am Rande der zur Zeit in Madrid stattfindenden UN-Weltklimakonferenz veröffentlichte der internationale Forscherverband „Global Carbon Projekt“ seine Prognosen und Berechnungen für den weltweiten CO2-Ausstoß.

Den Berechnungen zufolge sollen die Emissionen erneut um 0,6 Prozent ansteigen. Damit steigt der Ausstoß des klimaschädlichen Gases zwar weiter an, bleibt jedoch hinter den Zunahmen der vergangenen beiden Jahre zurück. Von dem Ziel, den CO2-Ausstoß massiv zu verringern und für das im vergangenen Jahr weltweit Millionen Menschen immer wieder auf die Straße gegangen sind, entfernt man sich jedoch nach wie vor immer weiter. Damit wird auch die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad immer unwahrscheinlicher.

Zudem gehen die Forscher davon aus, dass der verlangsamte Anstieg der Emissionen nicht etwa durch aktive Klimaschutzmaßnahmen erreicht wurde, sondern durch das Ausbrechen von Wirtschaftskrisen in verschiedenen Produktionsbereichen und der damit verbundenen zurückgegangenen Produktion. In den USA und der EU sei zwar auch die Kohlenutzung zurückgegangen, dafür sind hier aber deutlich mehr Erdöl und Erdgas verbraucht worden.

CO2-Konzentration steigt so schnell wie nie zuvor

Ob diese aktuellen Zahlen dazu führen, dass zumindest einige Industrieländer verbindliche und ambitioniertere Zusagen bei der UN-Klimakonferenz in Madrid machen werden, darf bezweifelt werden. Bei der Konferenz soll zudem über Hilfen für Entwicklungsländer bei der Behebung von klimabedingten Naturschäden diskutiert werden.

Auch die Klimaschutz-Bemühungen Deutschlands stehen nicht besonders gut da: Das Ziel, bis zum Beginn des neuen Jahres 40 Prozent der Treibhausgase einzusparen, wird weit verfehlt. Vielen Experten ist auch der beschlossene aber immer wieder wackelnde Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 zu zögerlich. Außerdem steigen die Emissionen des Verkehrs seit vielen Jahren.

„Das Entscheidende ist natürlich der Druck von der Straße. Ob dieser Druck so groß wird, dass dann auch der politische Wille da ist, die Notwendigkeit gesehen wird, im Klimaschutz mehr zu tun und sich dazu zu bekennen, wird sich zeigen“, so bewertet Ann-Kathrin Schneider vom „Bund für Umwelt- und Naturschutz“ (BUND) die Situation in Deutschland.


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