In Mühldorf ist bei einer Kontrolle am Bahnhof ein Mann aufgefallen, der mutmaßlich Rohrbomben in seiner Tasche mitführte. ErmittlerInnen prüfen mögliche Verbindungen zur Anschlagsserie in Waldkraiburg.

Am Freitagabend löst ein seltsamer Zufall weitreichende Ermittlungen und die Evakuierung eines Bahnhofs sowie eines Wohnblocks aus: In Mühldorf am Inn in Bayern wurde ein 25-Jähriger beim Schwarzfahren erwischt. Daraufhin wurde er von der Bundespolizei kontrolliert, die Sprengmaterial in seiner Tasche fand. „Bei der Kontrolle seines Gepäcks wurden Materialien gefunden, mit denen man Sprengstoff herstellen kann“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Die Polizei machte keine weiteren Angaben zur Identität des Mannes.

Der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt. Auf die Festnahme am Freitagabend folgten noch in der Nacht Hausdurchsuchungen in zwei Wohnhäusern in Waldkraiburg und Garching an der Alz. Die AnwohnerInnen in der direkten Umgebung wurden zum Schutz vor möglichen Explosionen evakuiert, konnten aber inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Zusammenhang mit Anschlagsserie in Waldkraiburg

Nur knapp 10 Kilometer von dem Bahnhof, an dem der Mann festgenommen wurde, liegt Waldkraiburg. Dort wurden seit April mehrere Anschläge auf türkische Läden und Lokale ausgeübt. Die ermittelnden Behörden schließen nicht aus, dass alle Anschläge im Zusammenhang stehen. Ob der Mann, der nun festgenommen wurde, zu den Tätern gehört, wird jetzt geprüft.

Anschlagsserie auf türkische Geschäfte in Bayern

 


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.