Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Wirtschaft in Deutschland in diesem Jahr um 5,8% zurückgeht. Das ist in etwa so viel wie in der Weltwirtschaftskrise 2008/2009. Damit geht die Bundesregierung von einer etwas besseren wirtschaftlichen Entwicklung aus als befürchtet. Jedoch bleiben zwei unsichere Faktoren.

Seit Ende 2019 befindet sich Deutschland in einer Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie massiv verschärft wurde. Im April ging die Bundesregierung davon aus, dass sich dadurch ein Wirtschaftseinbruch von 6,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ergeben könnte. Das BIP beschreibt den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb Deutschlands produziert werden und gilt als Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung.

Nun geht die Bundesregierung von einem etwas schwächeren Einbruch aus. So soll das BIP nur um 5,7% schrumpfen. Damit liegt es in etwa auf dem Niveau der letzten Weltwirtschaftskrise 2007/2008. Im kommenden Jahr soll es dann bereits wieder bergauf gehen.

Zwei offene Faktoren

Ob sich die Wirtschaft sich jedoch tatsächlich so entwickelt ist fraglich. Besonders zwei Faktoren spielen eine Rolle.

Zum einen werden viele Unternehmen, die eigentlich pleite sind, derzeit künstlich am Leben erhalten. Dies geschieht sowohl durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als auch dadurch, dass bis Ende September keine Insolvenzen angezeigt werden müssen. Dies ändert sich ab Oktober. Deshalb wird für den Herbst eine Pleitewelle erwartet, deren Ausmaß noch nicht abzuschätzen ist.

Zum anderen gibt es an verschiedenen Stellen Signale einer Bankenkrise, zu der es jedoch bis heute noch nicht gekommen ist. Auch hier ist noch nicht abzusehen, wie umfangreich eine solche Krise ausfallen und welche Folgen sie für die verschiedenen Unternehmen haben wird.


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