In Niedersachsen gibt es erneut einen Corona-Hotspot in einer Fleischfabrik. Bereits im Juni kam es zu einem gravierenden Ausbruch in der Belegschaft der Tönnies-Schlachthöfe.

Der neue Corona-Ausbruch findet sich in einem Betrieb in Hatten im Landkreis Oldenburg. Auf 113 Tests kamen dort 14 Infizierte, wie Landrat Carsten Harings am Sonntag bekannt gab. Davon seien jeweils die Hälfte in der Stadt und im Landkreis Oldenburg wohnhaft.

Wie der parteilose Harings betonte, sei die Anzahl der Infektionen „gemessen an der gesamten Belegschaft von 140 Personen hoch“.

Da eine Trennung der ArbeiterInnen aufgrund zeitlicher Überschneidungen der Schichten und der räumlichen Gegebenheiten des Betriebes nicht möglich sei, befinden sich nun alle MitarbeiterInnen für zwei Wochen in Quarantäne.

Eine gewisse Anzahl der ArbeiterInnen werde jedoch zunächst in einer sogenannten „Arbeitsquarantäne“ sein: Das heißt, dass sie trotz des Risikos einer Corona-Infektion bis Montag in einer Schicht weiter arbeiten werden, um die noch vorrätigen Fleischwaren zu verarbeiten. Ansonsten dürfen sie das Haus allerdings nicht verlassen.

Woher die Infektionen kommen, ist noch unklar. Möglich ist, dass sie von ReiserückkehrerInnen verbreitet wurden. Unbestritten bleibt jedoch, dass es in den letzten Monaten immer wieder zu Ausbrüchen des Corona-Virus‘ in Fleischbetrieben gekommen ist.

Vor allem der Ausbruch bei Tönnies in Gütersloh hatte sehr viel Aufsehen erregt. Die Branche war wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der nicht ausreichenden hygienischen Möglichkeiten, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen, in die Kritik geraten.


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