Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, fordert für dieses Jahr die Rentenerhöhung auszusetzen. Da Löhne sinken würden, dürfe auch die Rente nicht steigen. Das sei dann Generationengerechtigkeit.

Als das Rentenversicherungssystem im Jahr 1945 eingeführt wurde, sollte es ein Lohnersatz im Alter seien. Ziel war eine Zahlung von 70% des Durchschnittseinkommens. Dieses Prinzip des Lohnersatzes hat der Staat längst abgeschafft. Heute liegt das Rentenniveau bei 48% des Durchschnitteinkommens und bis 2030 soll es voraussichtlich auf 45% fallen.

Aufgrund der immer weiter fallenden Renten empfängt mehr als die Hälfte der gesetzlich versicherten RentnerInnen in Deutschland weniger als 1.000 Euro im Monat, ungefähr ein Drittel von ihnen sogar weniger als 700 Euro – und liegen damit unter dem Existenzminimum.

Mehr als die Hälfte aller RentnerInnen bekommt weniger als 1.000 Euro

Gegenüber dem Magazin Business Insider fordert der Vorsitzende der „Jungen Union“, Tilman Kuban nun, dass die Renten in diesem Jahr nicht steigen – und damit auf niedrigem Niveau bleiben sollen.

„Niemand möchte die Lebensleistung der Rentner schmälern, aber wir müssen darauf achten, dass der jungen Generation nicht ein völlig überfordertes Rentensystem vererbt wird“, sagte er. Damit stellt er junge Menschen bewusst gegen ältere Menschen.

Laut Kuban gelte, dass die Renten den Löhnen folgen sollten. Umgekehrt bedeute das: „Steigen die Löhne nicht, steigt auch die Rente nicht“, so Kuban. Sein Ziel ist also: geht es der Jugend schlecht, soll es auch den Älteren schlecht gehen. Eine Antwort auf sinkende Löhne gab er nicht. Diese stehen vor allem im Zusammenhang mit der kapitalistischen Wirtschaftskrise, die Deutschland schon seit Ende 2019 erfasst.

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