Für den Zeitraum zwischen 2005 und 2017 analysierte die Umweltschutzorganisation WWF internationale Handelsketten. Das Ergebnis: Für 16 Prozent der globalen Abholzung von Tropenwäldern ist die EU verantwortlich. Dazu trägt nicht zuletzt Deutschland bei.

Nach China belegt die EU den zweiten Platz auf einer Negativ-Rangliste, die Staaten für die Abholzung von Tropenwäldern verantwortlich macht. Dazu analysierte der WWF internationale Handelsströme und Satellitenbilder. Insgesamt 16 Prozent der globalen Tropenabholzung im Zusammenhang mit internationalem Handel hatte die EU zu verantworten. China führt mit 24 Prozent die Liste an.

Indien liegt danach mit 9 Prozent auf Platz drei,  noch vor den USA mit 7 Prozent.

Innerhalb der EU ist Deutschland wiederum Spitzenreiter: Durchschnittlich würden jährlich 43.700 Hektar Wald für deutsche Importe vernichtet.

Klimawandel – ein globales Problem

Dass die Tropenflächen verschwinden und so lebendige Biotope zu ausgedörrten Brachflächen werden, hat nicht nur unmittelbare Konsequenzen für die Landschaften in Brasilien, Indonesien oder Paraguay. Der Klimawandel hat globale Folgen, und diese sind auch in Deutschland bereits spür- und messbar.

So belegte Deutschland 2018 den dritten Platz unter den Klima-Risiko-Ländern. Dies geht aus dem „Klima-Risiko-Index“ hervor, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation „Germanwatch“ herausgibt. Nach Japan und den Philippinen war Deutschland in diesem Jahr am stärksten von Wetter-Extremen betroffen.

Zum ersten Mal war Deutschland 2018 so stark betroffen, dass es einen der vorderen Platz belegte. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal seit der Aufzeichnung extreme Hitze und Dürre, außerdem lag die Durchschnittstemperatur zwischen April und Juli um rund 3 Grad höher als vor der Industrialisierung.

Darüber hinaus forderte im Jahr 2018 die Hitzewelle 1.246 Todesopfer, und Landwirt:innen verzeichneten existenzgefährdende Ernteeinbußen. Im darauf folgenden Jahr kam es zu schweren Sturmschäden. Laut einem Bericht der Bundesregierung erhöhte sich die Lufttemperatur seit 1881 um 1.5 Grad: „Es ist nicht auszudenken, was es bedeuten würde, wenn sich dies in dieser Geschwindigkeit wirklich fortsetzen würde“, sagte dazu Umweltministerin Svenja Schulze bei der Vorstellung des Berichts.


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