Die Medienplattform „KenFM“ wird nun vom Berliner „Verfassungsschutz“ beobachtet und als ein einflussreiche Ideengeberin für die Querdenker-Bewegung angesehen. Währenddessen verbreitet der ehemalige Geheimdienstchef Maaßen selbst verschwörungsmythische Inhalte.

Mit ihrem prominenten Frontmann Ken Jebsen, bürgerlicher Name Kayvan Soufi Siavash, war vor allem der YouTube-Kanal „KenFM“ in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Nun wird die Medienplattform durch den Berliner Verfassungsschutz beobachtet, da er die Querdenker-Bewegung radikalisiert habe.

Laut dem Verfassungsschutz sei KenFM eine gefährliche Plattform, die Falschmeldungen verbreite und Verschwörungsmythen in Umlauf bringe. Seit März diesen Jahres liefe sie daher als Verdachtsfall.

Die Seite KenFM existiert seit 2012, und Jebsen selbst arbeitete in der Vergangenheit beim Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), der ihn auf Grund mangelnder journalistischer Sorgfaltspflicht entlassen hatte. Die Videos des YouTube-Accounts wurden bereits Ende letzten Jahres gesperrt, da sie gegen die Richtlinien von YouTube verstoßen hätten. Es sollen Falschmeldungen über die Corona-Pandemie verbreitet worden sein.

KenFM als Verdachtsfall

Der Verfassungsschutz Berlin habe die Plattform KenFM einer monatelangen Prüfung unterzogen, bevor sie sie zu einem Verdachtsfall erklärt habe. Die Berichterstattung über die Corona-Pandemie und die Einflussnahme auf die Proteste gegen die Maßnahmen der Bundesregierung sollen ausschlaggebend für die Einstufung gewesen sein.

Der Verfassungsschutz Berlin sieht in der Querdenker-Bewegung ein starkes „staatsgefährdendes Potential“ und das Bundesamt für Verfassungsschutz beschreibt die Szene rund um die Proteste als „verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“. Die Falschinformationen über Corona und die Verschwörungsmythen, die über KenFM verbreitet worden sein sollen, sollen zur Radikalisierung der Szene beigetragen haben.

Ehemaliger Verfassungsschutz-Chef propagiert „Great Reset“

Während der Berliner Verfassungsschutz nun mit seiner „Beobachtungs“-Meldung versucht, sich als Vorkämpfer gegen Verschwörungsmythen darzustellen, bleibt die Stimmungsmache des ehemaligen Chefs des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, unberührt.

So agitiert Maaßen unter anderem beim rechten „Epoch Times“ über den „Great Reset“, bei dem die „Kapitalisten aus Davos mit den Leninisten“ wieder zusammenkämen – „in der gemeinsamen Verachtung des einfachen, des gewöhnlichen Menschen“. Die Anlehnung an die NS-Ideologie der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ ist unübersehbar.

Zudem verwendet er immer wieder den Begriff der „Globalisten“, der von Faschist:innen als antisemitischer Code verwendet wird.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.