Mehrere hundert Millionen Euro pumpte der deutsche Staat an Steuergeldern in die Impfstoffproduktion. Das zahlt sich nun für das Mainzer Unternehmen BioNTech aus: im ersten Quartal 2021 hat der Pharma-Konzern 1,13 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Da sich die deutsche Regierung gegen die Aufhebung des Patentschutz stellt, dürfte das so weitergehen. Der Aufbau neuer Produktionsanlagen ist derweil schon in Planung.

Im abgelaufenen Quartal (Januar bis März) lag der Gewinn des Unternehmens BioNTech bei 1,1 Milliarden Euro. Im davor liegendenen Quartal hatte der Konzern noch einen kleinen Verlust von 53 Millionen Euro gemacht. Der Umsatz des Unternehmens summierte sich im Dreimonatszeitraum bis Ende März 2021 auf zwei Milliarden Euro.

Hintergrund dessen ist vor allem der Covid19-Impfstoff BNT162b2. Laut Unternehmensangaben hatten BioNTech und Pfizer bis zum 6. Mai 2021 ungefähr 450 Millionen Dosen in 91 Länder und Gebiete auf der ganzen Welt verschickt.

Für das Jahr 2021 haben die Unternehmen Verträge im Umfang von rund 1,8 Milliarden Impfdosen abgeschlossen. BioNTech geht davon aus, dass die jährliche Produktionskapazität von BNT162b2 bis Ende 2021 etwa 3 Milliarden Dosen erreichen wird.

Steuergeld zurückgezahlt?

Nach Firmenangaben dürften die Unternehmenssteuern für das erste Quartal bei 514 Millionen Euro liegen. Der Bayrische Rundfunk freut sich deshalb, dass damit die Steuereinnahmen „deutlich über den 375 Millionen Euro, die Biontech insgesamt vom Bund als Fördermittel zur Impfstoffentwicklung erhalten“ habe, liegen. Zahlt BioNTech jetzt den Vorschuss also in Steuern zurück?

Wohl kaum, denn was mit der einen Hand an das Finanzamt geht, wird mit der anderen Hand für den Einkauf von Impfstoffen ausgegeben: BioNTech hat umfangreiche Verträge mit der EU und Deutschland, bei denen nun mit Steuergeld der aus Steuergeldern subventionierte mRNA-Impfstoff gekauft wird – was sich letztendlich in den Gewinn-Zahlen des Unternehmens ausdrückt.

BioNTech/Pfizer wollte 27 Milliarden Euro für seinen Impfstoff – der auch mit Steuergeld entwickelt wurde

Den Gewinn will der aufstrebende Pharma-Konzern nun in die Expansion stecken. Dafür wird zum einen mit dem deutschen Großkonzern Siemens zusammengearbeitet. Mit dessen Hilfe wurde ein vom Schweizer Pharma-Konzern Novartis gekauftes Werk in Marburg in nur fünf Monaten für die Impfstoff-Herstellung umgerüstet. Hinzu kommt der Aufbau eines neuen Werks in Singapur.

Darüber hinaus ist die Firma auch in China in Gesprächen mit möglichen Partnern wie dem „Fosun“-Konzern. In den USA hingegen unterhält Biontech in erster Linie Forschungsstandorte in Cambridge und San Diego, Produktion und Vertrieb vor allem des Corona-Impfstoffs liegen dort beim Partner Pfizer.

Derweil sorgt die Bundesregierung dafür, dass BioNTechs Siegeszug auch politisch weitergehen kann. In einer Debatte um die Freigabe von Impfstoffpatenten hat sie sich offensiv dagegen ausgesprochen.

Große Pharma-Koalition stimmt gegen Aufhebung von Impfstoffpatenten – auch Lauterbach


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