Zunächst forderten Frankreich und Großbritannien eine „sichere UN-Zone“, in der die UN-Mitglieder weiterhin Einfluss in Afghanistan haben. CSU-Chef Söder fordert ebenfalls eine „Schutzzone“, allerdings eine der EU. Diese benötige schlagkräftige militärische Einheiten.

Frankreich und Großbritannien haben den Truppenabzug aus Afghanistan bereits seit einigen Tagen abgeschlossen. Schon stoßen sie auf anderer Ebene an, in Afghanistan erneut Einfluss zu sichern: in Kabul fordern sie eine „sichere“ UN-Zone. Laut dem französischen Präsidenten Macron könnte diese der „internationalen Gemeinschaft erlauben, Druck auf die Taliban aufrechtzuerhalten“.

Am Montag sollen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats – Frankreich, Großbritannien, die USA, Russland und China – sich zu der Frage beraten.

Deutschland „am Rande des Weltgeschehens“

CSU-Chef Söder störte sich hingegen öffentlich an der Rolle, die Deutschland und die EU in Afghanistan spielen. Man stünde „am Rande des Weltgeschehens“ und sei „ohne die Amerikaner […] hilflos“. Er fordert deswegen eine „europäische Schutzzone“ auf dem Flughafen Kabuls.

Dazu forderte er konsequente militärische Koordinierung europäischer Kräfte, einen europäischen Sicherheitsrat und „schlagkräfte militärische Einheiten“, wie die tagesschau berichtet.

Kanzlerkandidatin Baerbock kritisiert in erster Linie den raschen Abzug der Bundeswehr. Mehr dazu, warum ein Abzug der Truppen dringend nötig ist:

Afghanistan: Warum nur das Ende der Besatzung den Weg zur Befreiung öffnet

 


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