Mit der Kampagne #Freitag13 machte die „Aktion gegen Arbeitsunrecht“ Freitag, den 13. zum Aktionstag gegen Horror-Jobs. Diesmal richteten sie ihre Forderungen an Lieferando & Gorillas. Einer Forderung kam Lieferando noch am Aktionstag nach: Ausbeuterische Befristungen haben dort ein Ende.

Mit Aktionen in insgesamt neun Städten rief die Aktion gegen Arbeitsunrecht an diesem Freitag den 13. einen Protesttag ins Leben, an dem sich verschiedene Strukturen beteiligten. Neben Kundgebungen, die beispielsweise die FAU, IWW Hamburg, Roter Punkt OWL, Initiative Solidarischer ArbeiterInnen ISA Nürnberg und Solidarität und Klassenkampf Stuttgart organisierten, gab es den „Riders March“ in Köln.

Zu dieser Fahrraddemo kamen zahlreiche Fahrradlieferant:innen und solidarische Radler:innen. Gemeinsam besuchte die Demonstration verschiedene Standorte von Gorillas und Lieferando.

In Berlin verklebten in der Nacht auf Freitag „Unbekannte“ die Türschlösser von Gorillas-Filialen. Ein Kollektiv namens „Leo & the siblings“ bekennt sich dazu mit einem Video auf vimeo. Dort erklären sie, mindestens 15 Türschlösser anlässlich des Aktionstags verklebt zu haben. Betroffen seien 11 Filialen in Berlin, weitere in Dresden und Amsterdam. „Wir sind es leid, wie Kağan Sümer und das Management von Gorillas die Forderungen der Arbeiter_innen bei Gorillas ignorieren“, nehmen sie Stellung.

Erfolg: Keine Befristung mehr bei Lieferando

Zum Aktionstag hatten die Aktivist:innen sieben Forderungen an Lieferando / Just Eat und Gorillas gerichtet:

  • Arbeitsschutz & Sicherheit.
  • Union Busting stoppen: Betriebsräte gründen + schützen!
  • Schluss mit sachgrundloser Befristung & Kettenbefristung!
  • Sechs Monate Probezeit sind zu lang!
  • Ausrüstung und Reparaturen sind keine Privatsache.
  • Transparente Abrechnung, kein Trinkgeld-Klau und andere Tricksereien!
  • Keine Total-Überwachung, inhumanes Ranking & systematischen Datenklau!

Noch am Freitag, den 13. berichtete dpa, dass Lieferando den Fahrer:innen jetzt unbefristete Verträge anbietet. Demnach können neu eingestellte Fahrer:innen unbefristete Arbeitsverhältnisse eingehen. Ebenso können die rund 10.000 bestehenden Fahrer:innen ihre Verhältnisse entfristen.


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