Während der Corona-Pandemie konnten zwei Drittel der normalen Schultage in Deutschland nicht stattfinden. Vor allem Schülerinnen und Schüler aus armen Familien leiden unter diesen Umständen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat mit ihrem Bericht „Bildung auf einen Blick 2021“ die versäumten Schultage während der Corona-Pandemie untersucht. Von Januar 2020 bis Mai 2021 fanden rund 270 reguläre Schultage statt, von denen über 180 nicht den gewöhnlichen Betrieb anbieten konnten.

Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland waren in diesem Zeitfenster von Lockdown, digitalen Lernangeboten, Wechselunterricht oder von komplettem Ausfall des Schulunterrichts betroffen.

Der Bericht gibt darüber Auskunft, dass Deutschland im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern, etwas weniger Unterricht komplett ausfallen ließ. An Grundschulen fand an 64 Tagen kein Unterricht statt (Durchschnitt 78), der Sekundarbereich I war an 85 Tagen geschlossen (92) und im Sekundarbereich II konnten die Schüler:innen an 83 Tagen nicht beschult werden (101). Die Kinder von Vorschulen mussten hingegen länger zuhause bleiben: 61 Tage mussten sie den Einrichtungen fern bleiben, was über dem OECD-Durchschnitt von 55 Tagen liegt.

#FürGerechteBildung: Protest-Aktionen in 15 Städten

Geringe Bildungsausgaben

Obwohl die Schulen in Deutschland häufiger offen blieben, so waren die Schüler:innen und Lehrkräfte von Wechselunterricht betroffen, bei denen der Unterricht zum Teil in den Klassenräumen stattfinden konnte. Geschlossene Schulen wurden zum Großteil vom eigenen Elternhaus kompensiert.

Digitale Lernangebote oder ruhige Lernorte für die Schülerinnen und Schüler konnten dabei vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen nicht immer gewährleisten – zum Nachteil der Kinder und Jugendlichen. Zudem gibt Deutschland als eines der reichsten Länder der OECD-Mitgliedsstaaten nur 4,3 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Bildungseinrichtungen aus. Der Durchschnitt der OECD-Untersuchung kommt auf 4,9 Prozent.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.