Vor einer Woche hatten Neonazis die Zentrale der italienischen Gewerkschaft CGIL angegriffen. Am Samstag kam es daraufhin zu einer antifaschistischen Massendemonstration in Rom. Die Gewerkschaften sprechen von bis zu 200.000 Teilnehmer:innen. Italienische Arbeiter:innen streikten in den vergangenen Tagen zudem gegen die neuen Corona-Regeln der Draghi-Regierung.

„Nie wieder Faschismus“ – unter diesem Motto haben sich am Samstag zehntausende Menschen in Italiens Hauptstadt versammelt und sind in einer Großdemonstration durch die Innenstadt gezogen. Die Demonstration wurde von den Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL organisiert. Die Veranstalter:innen sprachen von bis zu 200.000 Menschen, die sich beteiligten und gemeinsam zur Piazza San Giovanni in der Nähe des Kolosseums liefen, wo die Endkundgebung stattfand.

Anlass der Demonstration war ein faschistischer Angriff eine Woche zuvor. Kräfte der neofaschistischen Partei Forza Nuova hatten sich in Rom an einer Demonstration gegen die neuen, verschärften Corona-Regeln in Italien beteiligt. Als es dabei zu Ausschreitungen kam, griff ein faschistischer Trupp am Rand der Demo die Zentrale der Gewerkschaft CGIL an. Bei der Aktion kam es zu mehreren Verletzten.

In Italien ist eine mögliche Auflösung der Forza Nuova im Moment im Gespräch. Diese Forderung stellten auch die Sprecher:innen der Gewerkschaften auf der Demo am Samstag. Verschiedene Politiker:innen der Ultrarechten wie der ehemalige Innenminister Matteo Salvini (Lega) oder der frühere Präsident des EU-Parlaments Antonio Tajani (Forza Italia) hatten Einladungen der Gewerkschaften zu einer Teilnahme unbeantwortet gelassen.

Streiks in Frankreich und Italien: LKW-Fahrer:innen protestieren gegen Sozial- und Corona-Politik

Die antifaschistische Demonstration folgte auf einen Generalstreik am letzten Montag, zu dem eine Reihe von Basisgewerkschaften aufgerufen hatte. Streikende Arbeiter:innen blockierten dabei unter anderem die Häfen von Genua, Triest und Neapel. Der Streik richtete sich gegen die Sozial- und Corona-Politik der Regierung Draghi.

Arbeiter:innen dürfen dort seit Freitag nur noch mit „Green Pass“ (3G-Nachweis) an ihren Arbeitsplatz. Wer ohne Green Pass zur Arbeit kommt, muss bis zu 1500 Euro Bußgeld bezahlen oder wird unbezahlt von der Arbeit freigestellt. Seit Freitag kommt es zu weiteren Protesten und Streiks. Diese sollen noch bis zum 20. Oktober andauern.

 


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