Die Wirtschaftskrise, Kriege und der Klimawandel haben die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt im letzten Jahr wieder steigen lassen. Die Welthungerhilfe spricht von „Rückschlägen in der Hungerbekämpfung“ und prophezeit „schwierige Aussichten“ für die Zukunft. 

Heute wurde der Welthungerbericht veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Zahl der Hungernden weltweit nach einem zögerlichen Rückgang beziehungsweise Stagnieren im Vergleich zum Jahr 2020 wieder gestiegen ist.

Demnach befanden sich im letzten Jahr 155 Millionen Menschen in einer akuten Ernährungsnotlage, -krise oder -katastrophe. Das entspricht einem Anstieg von 20 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Nach aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen setze sich diese Zunahme fort: weitere 161 Millionen Menschen sind laut ihrer Angaben derzeit akut unterernährt.

Insgesamt würden weltweit 811 Millionen Menschen hungern, wobei 41 Millionen kurz vor einer Hungersnot stehen würden. Im Bericht wurde die Lage in 135 Ländern nach einem 100-Punkte-System bewertet. Diese Bewertung fällt besonders in abhängigen Ländern wie Somalia, dem Jemen, der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad oder der Demokratischen Republik Kongo besorgniserregend aus.

Insgesamt ist die Verschärfung der Hungerlage auf verschiedene Gründe zurück zu führen. So haben weltweit Millionen Menschen ihre Arbeit aufgrund der Wirtschaftskrise verloren und können ihren Lebensunterhalt nicht mehr ausreichend sichern. Auch der Klimawandel zwingt immer mehr Menschen zur Flucht.

Daneben sei die Anzahl gewaltsamer Konflikte wieder gestiegen, so Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe: „Wo Krieg herrscht, werden Ernten, Felder sowie Infrastruktur zerstört und fliehen Menschen aus ihren Dörfern“, sagte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kriege gelten als ein Haupthungertreiber.


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