Frankreich macht Booster-Impfungen verpflichtend. Die EU-Kommission schlägt eine dem entsprechende Regelung für die ganze EU vor. In Deutschland mehren sich derweil die Stimmen für einen neuen Lockdown.

Die EU-Kommission hat am Donnerstag vorgeschlagen, die Gültigkeitsdauer der europäischen Corona-Impfzertifikate standardmäßig auf 9 Monate festzusetzen. Sie will damit eine Regelung verankern, die sich an den Leitlinien des „Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ (ECDC) orientiert.

Die entsprechenden Zertifikate sind für die meisten staatenübergreifenden Reisen innerhalb der EU notwendig. Frankreich setzt nach einer Ankündigung des französischen Gesundheitsministers Olivier Véran vom Donnerstag eine analoge Regelung bereits in nationales Recht um. Der sogenannte „pass sanitaire“ (Gesundheitspass), der in Frankreich vielerorts als Nachweis über den Status als geimpft, getestet oder genesen notwendig ist, behält nach den Plänen der Regierung seine Gültigkeit für Geimpfte nur, wenn die letzte Impfung nicht mehr als 9 Monate zurückliegt.

Der französische Gesundheitsminister bekräftigte zugleich, dass man momentan nicht die Notwendigkeit sehe, umfangreiche Lockdowns oder gar Ausgangssperren zu erwägen. In Deutschland dagegen mehren sich in den letzten Tagen die Stimmen von Politiker:innen und Mediziner:innen, die genau das fordern.

So wird berichtet, Noch-Kanzlerin Merkel habe sich für einen Lockdown und stärkere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen, auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken wollte diese Maßnahme nicht ausschließen.

Die Maßnahme in Frankreich ist ein offenes Eingeständnis der Tatsache, dass die Wirkung der Impfstoffe nach einigen Monaten nachlässt. Sie bedeutet nicht, dass Impfungen nutzlos oder sinnlos wären, aber sie zeigt, dass der von deutschen Politiker:innen noch vor wenigen Monaten versprochene Traum davon, dass Impfungen der Weg zurück in die Normalität seien, nicht zur Wirklichkeit werden wird.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.