Auch Kinder und Jugendliche leiden in ihrem Alltag stark unter den Folgen der Pandemie, wie jüngst eine Online-Umfrage des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein erneut bestätigte. Die Politik hat machbare Maßnahmen zur Linderung der Not verschlafen.

Jeder weiß, wie schwer es im Kindesalter sein kann: ständig bestimmen die Erwachsenen, wie der gesamte Tag gestaltet sein soll. Im späteren Alter dominiert die Schule mit ihren Hausaufgaben die Freizeit und das Wohlbefinden. Es war und ist nicht einfach. Derzeit beeinflussen allerdings noch andere Faktoren den Alltag der Kinder und Jugendlichen. Allen voran: die Pandemie.

Während der Pandemie mussten Kinder und Jugendliche in den Lockdown. Kindergärten waren geschlossen und ständig fehlte jemand aus der Tagesgruppe, weil die besten Freunde mal wieder in Quarantäne müssen. Andere mussten sich mit Home-Schooling rumärgern. Ein Leben im Wesentlichen zwischen den eigenen vier Wänden. Ohne viele soziale Kontakte – und wenn, dann häufig nur digital.

Mehr als 300 Kinder zwischen 14 bis 19 Jahren nahmen an einer Onlineumfrage teil. Die Umfrage wurde vom Jugendrat des Kinderschutzbundes (Schleswig-Holstein) organisiert. Mit einem Anstieg von 15% gaben 40% der Teenager an, dass sie traurig sind. Doch nicht nur diese Zahlen sind erschreckend. Fast jede:r dritte Befragte gab an, mit dem Schulstoff nicht hinterher zu kommen.

Die Zahlen geben nicht nur Aufschluss über den jetzigen Zustand. Denn weiter gaben 40% der Befragten an, dass sie nicht positiv in die Zukunft schauen. Emma Döhler, vom Jugendrat, findet hierfür klare Worte: „Die Jugend wird wieder nicht präsent und wird nicht gehört. Und ich glaube, dadurch geht auch einfach das Vertrauen in die Politik langsam so ein bisschen weg.“

Regierung: nach unten treten

Die Pandemie hat gezeigt, dass die Schwächsten der Gesellschaft auch die schwächste Stimme haben und nicht gestärkt werden. Eine solidarische Gesellschaft hätte in diesem Fall Kinder und Jugendliche mitgenommen, statt sie jeden Tag neuen Situationen auszusetzen.

Schon vor einem Jahr forderte hierbei die Internationale Jugend mehr Platz und Luftfilteranlagen in den Klassenzimmern, flächendeckende Schnelltests und psychische und soziale Unterstützung für Schüler:innen. Umgesetzt wurden davon die kostenlosen Schnelltests, während die teureren Luftfilteranlagen in einigen Bundesländern bürokratische Probleme bereiteten: so konnten in Sachsen-Anhalt nur zwei Luftfilter in Halle/Saale installiert werden. Weiterhin erhalten nur Klassenzimmer mit schlechter Belüftung („Kategorie 2“) eine Luftfilteranlage. Alle anderen Räume müssen mit offenem Fenster gelüftet werden.

 


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