Erneut ist in Mannheim ein Mensch durch Polizeigewalt gestorben. In Mannheim wurden nun innerhalb von 9 Tagen zwei Menschen bei Polizeieinsätzen getötet.

Am Dienstag ist eine Person bei einem Polizeieinsatz Mannheimer Stadtteil Waldhof gestorben. Die Polizei gab einen Schuss in das Bein des offenbar psychisch kranken Menschen ab, woraufhin dieser verstarb.
Dies ist nun schon der zweite Tote innerhalb von 9 Tagen, der bei oder nach einem Polizeieinsatz in Mannheim ums Leben kam.

Bereits am 02. Mai ist bei einer Polizeikontrolle ein 47-Jähriger Mensch gestorben, nachdem die Polizei ihn mit Pfefferspray besprühte und mehrmals auf seinen Kopf einschlug, als er bereits am Boden lag, wie Videos, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen.

Der am Dienstag verstorbene 31-Jährige Mensch hat sich offensichtlich in einer psychischen Notsituation befunden, Grund für den Polizeieinsatz war ein Streit mit seiner Mutter, bei der er sich selbst mehrere Schnitt-und Stichwunden hinzugefügt haben soll und damit gedroht haben soll, sich das Leben zu nehmen.

Die Polizist:innen besprühten ihn offenbar zunächst mit Reizgas, um ihn zu überwältigen. Den Angaben der Polizei zufolge, sei er danach immer noch nicht der Aufforderung, der Beamt:innen nachgekommen, das Messer aus der Hand zu legen, woraufhin diese einen Schuss in sein Bein abgaben und er trotz Reanimationsmaßnahmen verstarb.

Eine von der Staatsanwaltschaft und dem LKA angeordnete Obduktion soll nun klären, was die Todesursache war.

Schon der Tod des 47-jährigen Menschen am 02. Mai hatte bundesweit Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei ausgelöst.

Bereits am Samstag kam es in der Mannheimer Innenstadt zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt, an der sich rund 900 Menschen beteiligten und zu der 15 verschiedene antifaschistische Organisationen aufgerufen hatten.

Im Zuge der Demonstration wurden das Stadthaus, das Landgericht und das Polizeirevier in der Innenstadt mit Farbbeuteln und Flaschen beworfen.


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