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Dienstag, Mai 28, 2024
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    Allianz-Versicherung warnt vor kommenden Flutkatastrophen in Deutschland

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    Die Überflutungen im Ahrtal sind kaum ein Jahr her, nun warnt Deutschlands größter Versicherer vor kommenden Überschwemmungen. Grund dafür seien Gewitter, die immer häufiger stehen bleiben. Aktuell sind bei weitem noch nicht alle Schäden im Ahrtal wieder behoben.

    Für viele Menschen im Ahrtal waren die Tage nach dem 14. Juli die härtesten ihres Lebens. Die Flut erfasste unter anderem den Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz und zerstörte dort 62 Brücken, beschädigte 19 Kindertagesstätten und 14 Schulen und unterspülte zahlreiche Häuser und Wohnungen. Insgesamt starben in Mittel- und Westeuropa 220 Menschen durch die Flut, 186 davon in Deutschland.

    Nun meldet sich die Versicherungsgesellschaft Allianz zu Wort und warnt vor ähnlichen Naturkatastrophen in der Zukunft.

    „Wir werden zu unseren Lebzeiten noch das eine oder andere Ereignis dieser Art in Deutschland sehen“, sagte Jochen Haug, Chef der Schadensabwicklung der Allianz. „Hoffentlich nicht ganz so schlimm wie im Ahrtal, aber solche extremen Wetterereignisse werden statistisch häufiger.“

    Grund für die vermehrt aufkommenden Extremwetterereignisse ist der Klimawandel. Er sorgt dafür, dass Gewitter sich nicht mehr über breite Flächen verteilen, sondern immer häufiger in einem kleineren Gebiet abregnen.

    „Wir beobachten nun häufiger, dass Gewitterzellen nicht mehr wandern beziehungsweise sich nur sehr langsam fortbewegen“, so Haug. „Wenn ein starkes Gewitter stehen bleibt, führt das zu einer dramatischen Niederschlagsmenge in einem kleinen Gebiet.“

    Hinzu komme, dass immer größere Gebiete des Landes zugebaut und damit versiegelt wurden. Während früher die an einen Fluss liegenden Flächen Überschwemmungen mindern konnten, indem sie wie ein Schwamm das überschüssige Wasser aufsogen und ableiteten, ist das heute nicht mehr möglich. Darüber hinaus wurden viele Flüsse begradigt, um sie wirtschaftlich besser nutzen zu können.

    Haug plädiert nun für bessere Warnketten, die die Anwohner:innen früher warnen sollen: „Nach meiner Überzeugung hätten viele Menschen nicht sterben müssen“.

    Aktuelle Überschwemmungen in Australien

    Überschwemmungen und Extremwetterereignisse sind nicht nur in Deutschland ein Problem: Auch in Australien kämpfen die Menschen in dem Bundesland New South Wales aktuell um ihr Überleben und ihre Existenz. Dort hatte es im Gebiet Sydney an 3 Tagen viermal so viel geregnet wie üblicherweise im gesamten Juli. Tausende Menschen mussten ihre Häuser in Sydney bereits verlassen.

    Die Lage in Australien ist zusätzlich dadurch so dramatisch, dass das Land von großflächigen Waldbränden betroffen ist. Diese verwüsten immer größere Teile des Kontinents und nehmen mit den länger andauernden Dürren zu. Beides, die Dürren und die Waldbrände, sorgen wiederum für eine verminderte Wasseraufnahmefähigkeit der Böden, was einen Teufelskreis herauf beschwört.

    Ahrtal noch immer nicht wiederaufgebaut

    Auch wenn die Überflutungen schon fast ein Jahr her sind, bleiben die Schäden in den betroffenen Gemeinden immer noch sichtbar. So berichtet etwa der Hilfsverein „Ahrche“ von zahlreichen Menschen, die immer noch auf den Hilfsverein angewiesen sind. Vereinsgründer Lucas Bornschlegl sagt dazu: „Zu uns kommen immer noch jeden Tag 50 bis 100 Leute zum Essen.“

    Die Ahrche wurde am 16. Juli 2021, also unmittelbar nach der Überschwemmung, gegründet. In ihren Räumen finden die Betroffenen Duschen, können ihre Kleidung waschen oder etwas essen. Unklar ist, wie lange es noch dauern wird, bis im Ahrtal wieder Normalität eingekehrt und die Ahrche schließen kann.

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