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Sonntag, Juli 21, 2024
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    G20-Gipfel: USA und EU präsentieren neues Infrastrukturprojekt — gegen Chinas Einfluss

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    Die USA, die EU und Partnerstaaten in Asien starten ein riesiges Schienen- und Schifffahrtsprojekt. Das Vorhaben soll Indien, den Persischen Golf und Europa verbinden — und richtet sich damit direkt gegen Chinas Initiative „Neue Seidenstraße“. Präsentiert wurde der Plan beim G20-Gipfel in Neu Delhi.

    Der Kampf um den europäisch-asiatischen Wirtschaftsraum wird härter: die USA, EU, Indien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben jetzt beim G20-Gipfel in Neu Delhi den Start eines riesigen Schienen- und Schifffahrtsprojekts verkündet: Europa, die arabischen Staaten und Indien sollen dabei durch den Bau neuer Handelsrouten enger miteinander verbunden werden. Beteiligt sind auch andere Staaten der Region wie etwa Israel. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nannte das Vorhaben „historisch“ und sprach davon, dass der Handel zwischen Indien und Europa durch neue Schienenstrecken um 40 Prozent beschleunigt werden solle. Auch US-Präsident Biden erklärte das Projekt zu einem „historischen Wirtschaftskorridor“.

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    Das Projekt gilt als eine der wichtigsten US-Wirtschaftsinitativen gegen den wachsenden Einfluss Chinas in Westasien und richtet sich direkt gegen Pekings Initiative „Neue Seidenstraße“. Das chinesische Megaprojekt, das bereits mehrere Billionen US-Dollar verschlungen haben soll, zielt auf die wirtschaftliche und technologische Durchdringung Europas, Asiens sowie weiterer Erdteile. Zu diesem Zweck hat China unter anderem mit fast allen arabischen Staaten Abkommen geschlossen. Bereits seit Jahren arbeiten die westlichen imperialistischen Staaten unter der Führung der USA an Gegenmaßnahmen. Auf den letzten G7-Gipfeln etwa wurden Infrastruktur-Investitionen in Eurasien in Höhe von 600 Milliarden Dollar beschlossen. Das neue Vorhaben unterstreicht jetzt auch Indiens Absicht, China als führende imperialistische Macht in Asien abzulösen: Die Präsentation der Pläne beim G20-Gipfel in der indischen Hauptstadt ist daher auch eine wichtige Inszenierung.

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    Das neue Infrastrukturprojekt soll unter anderem über die EU-Initiative “Global Gateway” finanziert werden: ein Topf von 300 Milliarden Euro, den die europäischen Mächte für Infrastruktur-Investitionen bereitgestellt haben. Die engere Anbindung Indiens an Europa soll nicht nur den Warentransport beschleunigen, sondern auch Kooperationen im Bereich Energie und Digitales beinhalten. Dazu zählen etwa der Ausbau von Stromnetzen, Kraftwerken, Wasserstoff-Pipelines und Hochgeschwindigkeitsdatenkabeln zwischen Asien, der arabischen Halbinsel und Europa. Gerade im strategischen Kernbereich der Energieversorgung sind die Auseinandersetzungen zwischen den imperialistischen Staaten im Zuge des Ukraine-Kriegs seit dem letzten Jahr eskaliert.

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