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Freitag, Juli 19, 2024
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    London: Staatschefs und Musk auf KI-Gipfel

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    Für mehrere Tage trafen sich Regierungsmitglieder der sogenannten KI-Länder, Kapitalist:innen der KI-Unternehmen sowie Forscher:innen aus diesem Themengebiet, um einen gemeinsamen Umgang mit der neuen Technologie zu finden. Ergebnisse blieben aus.

    Ab Mittwoch, den 31. Oktober, trafen sich Regierungsmitglieder aus 28 Nationen sowie Kapitalist:innen und Forscher:innen, die mit dem Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) zu tun haben. Unter dem Begriff der KI wird die Fähigkeit einer Maschine verstanden, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren.

    Bekannteste Software dafür ist wohl ChatGPT, ein Large Language Model, das mit Unmengen von Daten trainiert wurde und nun textbasiert, schnell, kreativ, aber nicht immer richtig auf Fragen der Nutzer:innen antworten kann. Die Teilnehmenden der Konferenz wollten  die Gefahren, die von solcher Technologie ausgehen kann, eindämmen und dafür eine gemeinsame Linie entwickeln. Kein Gehör fanden der Teilnehmendenliste zufolge gerade Randgruppen sowie die Arbeiter:innenklasse, also der Teil der Menschen, der am meisten von den Folgen betroffen sein wird.

    Welche Gefahren sind gemeint?

    Die Teilnehmenden sind sich größtenteils einig, dass dem gesellschaftlichen Potenzial von KI auch eine Gefahr durchdierselbe gegenübersteht. Über das Ausmaß gehen die Meinungen dort stark auseinander. Der Milliadär Musk sieht in der Entwicklung von KI die dringendste und menschenbedrohenste Gefahr der Neuzeit. Andere behaupten, dass die Gefahr vielmehr von den Menschen und Unternehmen ausgehen, die die KI benutzen. Im Kern geht es um die Fragen, inwiefern ein Sicherheitsrisiko durch KI geschaffen wird, beispielsweise dass Personen auf einmal Zugang zu Sprengstoffbauanleitungen mit der KI geliefert bekommen.

    Daneben steht die menschliche Angst, dass die KI uns als Menschen irgendwann übertreffen könnte und sich dann seiner entledigt. Durch die exponentielle Entwicklung, die diese Technologie erleben wird, ist unbestimmt, wann diese Gefahr (wenn überhaupt) real wird. Unbenannt bleiben dabei ganz andere Risiken, die die KI schon jetzt für die Arbeiter:innenklasse birgt: Unternehmen werden der KI nur eine ganz bestimmte Datenmenge zur Verfügung stellen, damit im Output die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse abgebildet bleiben. Gleichzeitig werden Unterdrückungsmechanismen wie Rassismus von der KI übernommen.

    Außenseiter China

    Bei dem Gipfel waren neben den transatlantischen Staaten auch Saudi-Arabien und China vertreten. Insbesondere China scheint in der Zusammensetzung ein Fremdkörper zu sein. Bei dem Gastgeber Großbritannien gab es im Vorfeld sogar schon Kritik aus der eigenen Partei wegen der Einladung des imperialistischen Gegners. Er gab zurück, dass wegen der globalen Gefahren nur eine globale Zusammenarbeit diese verhindern könnte und China als Vorreiter bei der Technologie an Bord sein müsste. Ganz so offen wie in dieser Ankündigung ging es dann doch nicht zu: China war bei einigen Punkten ausgeschlossen.

    Vage Erklärungen ohne Verbindlichkeit

    Am Ende des Gipfels steht eine gemeinsame Erklärung der Staaten, Risiken verstehen und damit umzugehen zu wollen. Die USA und China unterzeichneten beide. Viel detailreicher wird die Erklärung dann allerdings auch nicht mehr. Die Wissenschaft und Forschungen sollen ermutigt werden, sich freiwillig einzubringen und die „gefährlichen“ Fähigkeiten der Technologie einzudämmen. Kein einziges konkretes Ziel wurde festgelegt, außer, den Dialog aufrechtzuerhalten – sich also innerhalb der nächsten Monate irgendwo gemeinsam vor die Kamera zu stellen.

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