Laut der Streikkarte des „China Labour Bulletin“ (CLB), einer nicht-kommerziellen Organisation in Hongkong, gab es im ersten Halbjahr des Jahres 2017 insgesamt 465 erfasste Arbeitskämpfe in China.

40 Prozent dieser Kämpfe wurden im Baugewerbe durchgeführt, 21 Prozent im verarbeitenden Gewerbe und 22 Prozent im Dienstleistungs- und Einzelhandelsgewerbe. Die Provinz Guangdong in Südchina war mit fast 14 Prozent diejenige mit den meisten Kämpfen, gefolgt von den Provinzen Henan und Jiangsu mit jeweils etwas mehr als 7 Prozent aller Kämpfe.

Unbezahlte Löhne waren in 66 Prozent der Fälle Grund für die Aktionen, gefolgt von unbezahlten Sozialleistungen (6,3 Prozent), Fabrikschließungen oder Verlagerungen (5,1 Prozent), Lohnerhöhungen (3,8 Prozent) und unbezahlten Rentenleistungen (3,1 Prozent).

Damit ist China eines der Länder mit den meisten Streiks. In dieser Streikstatistik werden die weitaus zahlreicheren „Massenvorfälle“ – wie politische Massenansammlungen im chinesischen Jargon genannt werden – kaum erfasst. Noch vor einigen Jahren führten die chinesischen Behörden öffentlich über ihr Ansteigen Buch bis sie zahlenmäßig 190.000 im Jahr 2011 erreichten. Seitdem kann nur spekuliert werden, wie viele solcher Versammlungen es wirklich gibt.