Datenleck „Paradise Papers“ zeigt eine weltweite Beratungsindustrie zur Steuervermeidung.

Nach den „Panama Papers“ nun eine neue Enthüllung aus dem „Offshore“-Business: Ein internationales Netzwerk aus Zeitungen und Investigativ-JournalistInnen  hat Daten der Firmen „Appleby“ auf Bermuda und „Asiacity Trust“ ausgewertet. Die beiden Firmen helfen „Briefkastenfirmen“ einzurichten – und unterstützen damit Steuerbetrug in Milliardenhöhe.

Briefkastenfirmen werden in Steueroasen wie auf den Bermudas, Cook-Inseln oder Malta eröffnet, wo besonders geringe Steuern zu zahlen sind. Prominente, Reiche, Politiker und vor allem Großkonzerne nutzen solche Firmen, um dorthin ihre Gewinne oder Einkommen umzuleiten und so systematisch die Steuer-Regelungen ihrer eigentlichen Wohn- oder Herkunftsländern zu umgehen.

Die Dokumente zeigen, auf welche Weise riesige Weltkonzerne wie Nike, Apple, Uber oder auch Facebook ihre Steuern auf ein Minimum reduzieren. Sie zeigen aber auch dubiose Anlagen von – sich als liberal-fortschrittlich gebenden Menschen – wie z.B. Rockstar Bono oder dem Spendensammler des kanadischen Premiers Justin Trudeaus. Mehr als 120 Politiker aus beinahe 50 Ländern sind auf die eine oder andere Art involviert.

Laut Süddeutscher Zeitung tauchen in den Paradise Papers auch diverse deutsche Firmen auf: z.B. Sixt, die Deutsche Post, die Hotelkette Meininger, Siemens, Allianz, Bayer oder die Deutsche Bank. Des Weiteren finden sich in den Dokumenten Verbindungen zu rund tausend deutschen Privatpersonen – darunter Milliardäre, Unternehmer, Erben und Politiker. So war der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sogar Leiter einer Offshore-Firma.