Bundesinnenministerium zählt 11.000 islamische Fundamentalisten

Laut Bundesinnenministerium (BMI) ist die Salafistenszene in Deutschland beträchtlich gewachsen. So hat sich ihre Zahl nach den Erkenntnissen der Verfassungsschutzämter zwischen 2013 und 2018 von 5500 auf etwa 11.000 verdoppelt. Besonders betroffen sind Berlin und Hamburg. 760 Personen werden als „Gefährder“ angesehen, davon sind aktuell 153 inhaftiert. Als Gegenmaßnahmen will das BMI laut einem Sprecher bestehende Präventionsprogramme „weiterführen und verstärken“.

Gleichzeitig hält die Bundesregierung an der systematischen Zusammenarbeit mit Verbänden wie der „DITIB“ (deutsch: Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) fest, der als verlängerter Arm des türkischen Staats in Deutschland fungiert. So wurden in den Gebeten in DITIB-Moscheen der türkische Angriff auf Afrin glorifiziert und Gülen-Anhänger ausgekundschaftet.

Die massive Steigerung ist vor allem vor dem Hintergrund der Verstrickungen des Geheimdienstapparats in die salafistische Szene bemerkenswert. So war der Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, von einem V-Mann zu Anschlägen aufgefordert worden. Die Aufklärung des Falls Anis Amri erinnert an den Prozess gegen die RechtsterroristInnen des NSU. Diese waren den Behörden jahrelang bekannt und ihr Umfeld war von V-Leuten durchsetzt.