Ein Demonstrant leicht verletzt – Polizei jedoch ermittelt gegen Antifaschisten

Sie wollten mit einem „Antifaschistischen Stadtrundgang“ gegen Bedrohungen und Beleidigungen durch Nazis demonstrieren  – und wurden angegriffen. In Salzwedel ist ein der rechten Szene zugeordneter Mann mit einem Auto in den unangemeldeten Demonstrationszug hinein gefahren, wie die Neues Deutschland berichtet.

Demnach soll er mit erhöhter Geschwindigkeit in die Versammlung gefahren sein, wo er kurz zum Stehen kam. Dann ergriff er ein Transparent durch das Fenster und schliff beim Weiterfahren einen der Träger mit sich. Dieser musste sich am Heck des Wagens festhalten. Nach kurzer Zeit kam der PKW wieder zum Stehen – der junge Mann fiel zu Boden und zog sich eine Verletzung am Bein zu. AntifaschistInnen griffen darauf hin das Auto an um es zu vertreiben.

Nach dem faschistischen Angriff wurden weitere Polizisten zusammengezogen, welche die Demo dann begleiteten. Der Aufzug endete gegen 19 Uhr wieder am Autonomen Zentrum.

In einer Pressemitteilung der Polizei wurde auf den Vorfall selbst nicht eingegangen. Man ermittle lediglich wegen „Sachbeschädigung“ – gegen die AntifaschistInnen. Wegen Graffitis am Rande der Demo sowie „Tritte und Schläge“ gegen einen PKW.

Während des Rundgangs, der gegen 17 Uhr am „AZ Kim Hubert“ startete, wollten die rund 100 TeilnehmerInnen mehrere Wohn- und Geschäftsräume von Mitgliedern der rechten Szene ablaufen. Außerdem wollten sie vor der AfD-Geschäftsstelle an der Wollweberstraße halten. In Salzwedel kommt es immer wieder zu Übergriffen – Rechte und Rockergruppen vermischen sich dort. So trug der Fahrer des Wagens laut Augenzeugenberichten ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support 81“, das den „Hells Angels“ zugerechnet wird.

Erst im April letzten Jahres war in Cottbus eine Ägypterin von einem Faschisten zu Tode gefahren worden.  In den USA waren durch einen Angriff mit einem Auto auf eine Antifa-Demo 2017 eine Demonstrantin getötet und 26 verletzt worden.