AktivistInnen blockieren alle Zufahrten und Zuwege zum Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln

Heute am frühen Morgen um kurz nach 5 Uhr begannen dutzende AktivistInnen der Aktion „Lebenslaute“ die fünf Tore der Zentrale des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) in Köln zu blockieren. Die AktivistInnen hängten Transparente mit Forderungen für die Abschaffung des Geheimdienstes auf und blockierten die Zugänge, indem sie sich mit ihren Musikinstrumenten davor postierten.

Während der 4,5-stündigen Blockade der Zufahrten spielten die AktivistInnen Konzertmusik und sangen Chormusik dazu. Damit setzten sie ihr diesjähriges Aktionsmotto „Mit Suite und Kantate gegen den Staat im Staate – Geheimdienste abschalten!“ in die Tat um.

Nachdem gegen 5.30 Uhr heute Morgen die ersten MitarbeiterInnen des Verfassungsschutzes durch die Blockade am Betreten des Geländes gehindert wurden, rückte die Polizei mit mehreren Einsatzwagen an. Als sie dann versuchten, durch die Nebeneingänge auf das Gelände und zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen, waren diese jedoch ebenfalls blockiert. Dort wurden sie von den AktivistInnen mit besonderen Flyern, die sich speziell an sie als MitarbeiterInnen richteten, begrüßt.

Gegen 6.30 Uhr räumte die Polizei am Haupteingang gewaltsam einen Fußweg zum Gelände frei, dabei wurden musizierende AktivistInnen weggetragen. Drei Stunden später wurde dann die gesamte Blockade der Hauptzufahrt durch die Polizei geräumt.

Nach einem gemeinsamen Abschlusskonzert aller beteiligter AktivistInnen, die zuvor die fünf Zugänge blockiert hatten, endete die Aktion um kurz nach 10 Uhr. Beim Abschlusskonzert wurde zu den Klängen des klassischen James Bond-Themas insbesondere auf die Verwicklung des Verfassungsschutz-Mitarbeiters Andreas Temme in den NSU-Mord an Halit Yozgat hingewiesen.

Eine weitere Aktion der AktivistInnen von „Lebenslaute“ ist für Dienstagmorgen, 10 Uhr, ebenfalls vor dem Gebäude des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Köln angekündigt.