Bundesanwaltschaft lässt faschistische Terrorzelle ausheben

Im Auftrag der Bundesanwaltschaft durchsuchten heute morgen mehr als 100 Polizisten des Landeskriminalamts Sachsen mit Unterstützung mobiler Einsatzkommandos Wohnungen und andere Räumlichkeiten in Sachsen und Bayern. Die Aktion richtete sich gegen die faschistische Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“.

Sechs Tatverdächtige im Alter von 20-30 Jahren wurden wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung nach §129a StGB festgenommen. Ein weiterer 31-jähriger Tatverdächtiger sitzt bereits seit dem 14. September in Untersuchungshaft. Er soll der Kopf der Gruppe sein. Die Beschuldigten gehören der rechten Hooligan-Szene im Raum Chemnitz an und sollen sich laut der Bundesanwaltschaft als führende Personen des rechten Milieus in Sachsen verstanden haben (Link).

Die Gruppe trat bereits am 14. September in Erscheinung, als sie mit Glasflaschen, Stangen und Elektroschockern bewaffnet auf der Schlossteichinsel in Chemnitz mehrere MigrantInnen angriff. Ein Iraker wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Zudem versuchten die Beschuldigten als eine Art faschistische „Bürgerwehr“, Menschen und ihre Ausweise zu kontrollieren. Zuvor soll sich die Gruppe an den Demonstrationen des rechten Zusammenschlusses „Pro Chemnitz“ beteiligt haben.

Laut Bundesanwaltschaft soll dieser Angriff eine Art „Probelauf“ für die Gruppe gewesen sein. Während der Durchsuchung sollen neben Kommunikationsmitteln auch gefährliche Gegenstände beschlagnahmt worden sein. Die Gruppe versuchte sich demnach, halbautomatische Schusswaffen zu besorgen und soll für den 3. Oktober 2018 eine weitere bewaffnete Aktion geplant haben (Link).

Die Festgenommenen sollen im Laufe des heutigen und morgigen Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, um Untersuchungshaft anzuordnen.

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