Die Sea Watch 3 hatte die Geflüchteten am Mittwoch vor der Küste Libyens aus einem Schlauchboot gerettet. Italien ließ das Schiff jedoch erneut keinen Hafen anfahren.

Italien lässt zehn gerettete Menschen vom Rettungsschiff „Sea Watch 3“ an Land. 43 weitere Geflüchtete müssen nach Angaben der Hilfsorganisation Sea Watch jedoch an Bord bleiben, darunter drei unbegleitete Minderjährige. Wie italienische Medien berichten, dürfen zwei schwangere Frauen, eine weitere Frau, zwei kranke Männer und drei Minderjährige das Schiff zusammen mit zwei Begleitern verlassen.

Die „Sea Watch 3“ hatte die Geflüchteten am Mittwoch aus einem Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet. Italiens Regierung ließ das Schiff jedoch nicht in einen italienischen Hafen einlaufen. Zurzeit liegt es vor der Insel Lampedusa. Die italienische Küstenwache soll nun diese zehn Insassen an die Küste bringen.

Die Staaten der EU machen ihre Häfen seit Monaten für die Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen dicht und behindern deren Arbeit, auch durch Strafverfahren. Im vergangenen Jahr musste die „Aquarius“ mehrfach nach Rettungseinsätzen tagelang durchs Mittelmeer fahren, weil kein Staat die Geflüchteten an Land nehmen wollte. Ähnlich erging es der „Open Arms“, die von Spanien am Auslaufen gehindert wurde. Die „Organisation für Migration“ (IOM) vermeldete im selben Zeitraum, dass die Zahl der Toten bei der Flucht über das Mittelmeer „alarmierend“ angestiegen sei. Im Dezember durfte die „Sea Watch 3“ mit 32 Geflüchteten an Bord nirgendwo einlaufen.

Der Kapitän der „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, wurde im Mai in Malta für die Rettung von 230 MigrantInnen im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt.