Der mutmaßliche Mörder des CDU-Politikers Walter Lübcke hat sein Geständnis widerrufen und hat nun einen neuen rechtsgesinnten Anwalt, der ihn verteidigen soll.

Nachdem die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen im Mordfall Walter Lübcke aufgrund des politischen Motivs der Tat an sich gezogen hatte, sollte am gestrigen Dienstag der Haftbefehl gegen Stephan Ernst vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erneut bestätigt und die Untersuchungshaft verlängert werden. Was als Formalie gedacht war, brachte dann doch einiges an Aufregung.

Warum interessiert sich niemand für den Mord an Walter Lübcke?

Ernst widerrief sein zuvor gemachtes detailliertes Geständnis der Tat. Das bestätigte auch sein neuer Anwalt Frank Hannig, der selbst Kontakte in die rechte Bewegung pflegt. Hannig hatte unter anderem Lutz Bachmann unterstützt, einen Förderverein für die rechte PEGIDA-Bewegung zu gründen.

Das zuvor gemachte Geständnis von Ernst war unterdessen so detailreich, dass es keine Zweifel daran geben dürfte, dass er an der Tat beteiligt gewesen ist. Auch gehen die Ermittler davon aus, dass der Widerruf keinen entscheidenden Einfluss auf das Verfahren gegen Ernst haben werde, sondern eher ein taktischer Schachzug der Verteidigung sei.

Der 11. Mord des NSU-Netzwerks?

Aufgrund der Aussagen von Ernst konnten unter anderem die Tatwaffe gefunden, sowie der Verkäufer und ein Vermittler der Waffe festgenommen werden. Zudem bestehen weiter Zweifel an einzelnen Aussagen des Geständnisses. So sagte Ernst aus, dass ihm die Tat leid tue und er allein gehandelt habe. An beiden Aussagen gibt es begründete Zweifel. So gibt es unter anderem Zeugenaussagen, die zwei Autos mit hoher Geschwindigkeit von der Nähe des Tatorts wegfahren sahen.