Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern hat die Neonazi-Organisation „Nationale Sozialisten Rostock“ verboten. 50 Polizeibeamt:innen durchsuchten gestern vier Wohnungen und Arbeitsstätten.

Seit ihrer Gründung 2008 weist der mecklenburg-vorpommerische Verfassungsschutz dieser Gruppierung eine bestimmende Rolle in der Neonazi-Szene des Landes zu. Die Organisation habe es geschafft, ein Netzwerk und Verbindungen weit über die Landesgrenzen hinaus zu etablieren.

Zu Durchsuchungen war es in Folge des Verbots aber lediglich an vier Standorten in Rostock, Güstrow und im Bereich Wismar gekommen.

Unter anderem kam offenbar ein Austausch mit der Dortmunder Neonazi-Szene zustande. Innerhalb der faschistischen Bewegung ordnete sich die Gruppierung bisher selbst als eine Art Avantgarde ein, die an anderen faschistischen Organisationen deren mangelnde Disziplin und ihren zu schwach ausgeprägten Kampf gegen die sie „manipulierende Lebensweise“ kritisierte.

Mit einem starken Fokus auf Kampfsport und Kampfsporttraining versuchte sie, nicht nur die Körper der eigenen Mitglieder für den Kampf zu stählen, sondern auch neue Mitstreiter:innen zu rekrutieren.

2019 war auch eigens zu diesem Zweck die Unterorganisation „Baltik Korps“ gegründet worden, die eine Unterorganisation der Neonazi-Organisation darstellt. Auch auf sie erstreckt sich das heute verfügte Vereinsverbot.

 


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