Aller guten Dinge sind drei – zwei Mal platzte die Fusion der beiden riesigen Immobilienkonzerne schon. Jetzt startet Vonovia in die dritte Runde: Alle zuvor bestehenden Bedingungen für die Übernahme des Deutsche Wohnen-Konzerns durch Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen wurden gestrichen.

Hochzeit der Wohnungskonzerne „Vonovia“ und „Deutsche Wohnen“ ist geplatzt

Zu diesen Bedingungen zählte unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche Wohnen-Anteile. Würde Vonovia die Mehrzahl der Aktien besitzen, könnten sie über das ganze Unternehmen entscheiden und alle Geschäft in ihre Bilanz aufnehmen. Genau an dieser Hürde scheiterte der letzte Übernahmeversuch im Juli. Spekulant:innen wollten ihre Aktien nicht verkaufen, da sie auf ein höheres Angebot seitens Vonovia setzten und nach der gelungen Fusion planten, Abfindungen einzustreichen.

Jetzt verzichtet Vonovia darauf, die Fusion von ihrem Anteil an den Deutsche Wohnen-Aktien abhängig zu machen. Dies sei auch laut Konzern überhaupt nicht nötig, da er sowieso in nächster Zeit die Mehrzahl der Anteile besitzen würde. Circa 30 Prozent kaufte Vonovia bereits selbst, zusätzliche 10 Prozent sind ihr ebenfalls durch Absprachen mit der Deutsche Wohnen sicher. Laut einer weiteren Vereinbarung der Konzerne könnten bei Bedarf von der Deutschen Wohnen zusätzlich Aktien ausgegeben werden, die ausschließlich von Vonovia gekauft werden dürften.

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia, ist sich aufgrund dessen dieses Mal auch sehr sicher, was die Übernahme anbelangt: „Vonovia wird die Deutsche Wohnen auf jeden Fall übernehmen“, teilte Buch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Investor:innen halten die Fusion nach Vonovias neuem Angebot nun ebenfalls für sicher.

Über eine halbe Million Wohnungen würde der fusionierte Konzern dann künftig besitzen. Die insgesamt 155.000 Wohnungen der Deutsche Wohnen, davon allein 114.000 in Berlin, würden zu den 354.000 Wohnungen von Vonovia in Deutschland hinzukommen – und Europas größtes Wohnungsmonopol würde entstehen.


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