In den USA verbreitet sich die Omikron-Variante des Corona-Virus‘ rasend schnell. Am Montag wurde bei mehr als einer Million Menschen in den USA Covid 19 diagnostiziert, überall im Land fallen gesellschaftliche Dienste aus. Auch im Vereinigten Königreich und in Frankreich sind die Fallzahlen so hoch wie noch nie. In Südfrankreich wurde zudem eine neue Variante entdeckt.

Die hochgradig mutierte „Omikron“-Variante hat zu einem Rekord an Neuinfektionen in den USA geführt: Laut Daten der John-Hopkins-Universität erfassten die Behörden am Montag 1,084 Millionen neue Fälle. Das sind mit großem Abstand die meisten Fälle, die jemals von einem Land gemeldet wurden. Die Rekord-Zahl ist fast doppelt so hoch wie der bisherige Höchststand von 590.000, der erst vor vier Tagen in den USA erreicht wurde, was seinerseits schon eine Verdoppelung gegenüber der Vorwoche bedeutete.

Sie ist auch mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Fälle, die seit Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren irgendwo anders zu einem beliebigen Zeitpunkt verzeichnet wurden. Die höchste Zahl außerhalb der USA wurde während der Delta-Welle in Indien erreicht, als am 7. Mai 2021 mehr als 414.000 corona-infizierte Menschen diagnostiziert wurden.

Zudem ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, da die Behörden nicht alle Testergebnisse erreichen und zudem viele Menschen zuhause die Tests durchführen. Jedoch können auch Verzögerungen bei der Meldung über die Feiertage eine Rolle bei den steigenden Zahlen gespielt haben.

Gesellschaftliches Leben massiv betroffen

Zwar haben sich die steigenden Fallzahlen noch nicht in schweren Infektionen und einem sprunghaften Anstieg der Todesfälle niedergeschlagen, doch sind ihre Auswirkungen im ganzen Land zu spüren, da sich die Neu-Infizierten zu Hause isolieren (müssen). Die Folgen sind gestrichene Flüge, geschlossene Schulen und Büros, überlastete Krankenhäuser und unterbrochene Lieferketten.

Der Ambulanzklinik-Betreiber CityMD sah sich z.B. gezwungen, rund 20 Standorte in New York und New Jersey vorübergehend zu schließen, nachdem sich große Teile des medizinischen Personals mit Covid 19 infiziert hatten. Einige Bundesstaaten haben die Nationalgarde zur Entlastung der Krankenhäuser angefordert. Da so viele Menschen ausfallen, soll nun die Quarantäne-Zeit für asymptomatische Menschen von 10 auf 5 Tage verkürzt werden.

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Höchststände auch in anderen Ländern

Auch im Vereinigten Königreich haben sich in den letzten 7 Tagen rund 1,2 Millionen Menschen offiziell mit Covid 19 angesteckt, die höchste jemals gemessene Zahl im Land. Damit hat sich etwa jede siebzigste Person allein in der letzten Woche mit Corona infiziert. Hingegen liegt die Todeszahl in den letzten sieben Tagen mit 43 Verstorbenen weit unter dem Höchststand vom 20. Januar 2021, als 1.826 Menschen an einem einzigen Tag verstarben.

Neue Daten aus Großbritannien zeigten außerdem, dass mit Omikron der Anteil der Menschen, die ins Krankenhaus müssten, im Vergleich zur Delta-Variante auf ein Drittel sinke.

Neue Variante in Frankreich

Auch in Frankreich haben sich in der vergangenen Woche über 1,1 Millionen Menschen mit Covid19 infiziert. Jedoch liegt auch hier die Zahl der wöchentlichen Todesfälle mit 1.317 Personen weit unter dem Höchststand von 6.300 Menschen pro Woche im April 2020. Sorgen bereitet allerdings eine neue Variante, die in Südfrankreich entdeckt wurde.

Die Coronavirus-Variante B.1.640.2 weist offenbar 46 Mutationen gegenüber dem Wildtyp des Virus auf. Zum Vergleich: Bei der Omikron-Variante sind es 37 Mutationen. Die neueste Variante könnte aus dem Kamerun kommen, von wo zuvor ein infizierter Franzose eingereist war.

Fachleute weisen seit langem darauf hin, dass zur Bekämpfung der Pandemie weniger die Booster-Kampagnen in Ländern mit hoher Impfquote nötig seien, sondern es dringend einer globalen Impfstoffverteilung bedürfe. Dies wird durch die noch immer bestehenden Impfstoffpatente massiv gehemmt.

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