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Freitag, Juli 12, 2024
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    Instagram-Übersetzung macht aus “Palästinenser, Gott sei Dank” automatisch “palästinensiche Terroristen”

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    Instagram übersetzte Nutzer-Bios mit der Bezeichnung “Palästinenser” und der arabischen Phrase “Gott sei Dank” automatisch mit “Palästinensische Terroristen kämpfen für ihre Freiheit“. Der Konzern steht außerdem seit der Eskalation zwischen Israel und Palästina in der Kritik, die Reichweite palästinensischer Accounts einzuschränken.

    In den vergangenen Tagen sorgte der Konzern “Meta” mit seiner Social-Media-Plattform „Instagram“ für Aufsehen. Auf Instagram wurden Nutzer:innen-Bios, die “Palästinenser” in Kombination mit der arabische Phrase „لْحَمْدُ لِلَّٰهِ“ benutzten , die “Lob sei Gott” bedeutet, automatisch mit “Palästinensische Terroristen kämpfen für ihre Freiheit” übersetzt.

    Die Öffentlichkeit wurde durch ein Video darauf aufmerksam, das der Nutzer “ytkingkhan auf TikTok postete. In dem Video zeigt der Nutzer seine Instagram-Bio, die den Satz “Palästinenser [Emoji mit palästinensischer Flagge] لْحَمْدُ لِلَّٰهِ” enthält. Im Arabischen heißt “alhamdulillah” soviel wie “Gott sei Dank”.

    Als er die Option Übersetzung anzeigen“ wählt, wird der Satz durch “Gelobt sei Gott, die palästinensischen Terroristen kämpfen für ihre Freiheit” ersetzt. Anschließend versucht er es noch einmal nur mit der Phrase „لْحَمْدُ لِلَّٰهِ“ allein, ohne das Wort “Palästinenser” oder das Flaggen-Emoji: es wird mit “Gott sei Dank” übersetzt.

    @ytkingkhan berichtet auf TikTok, dass er selbst zwar kein Palästinenser ist, aber ein Freund, der nicht genannt werden möchte, ihn auf den Glitch (zu deutsch: Panne) aufmerksam gemacht hat, sodass er ihn selbst testen wollte.

    Meta äußert sich nicht zum Ursprung des „Bugs“

    Der Konzern Meta formulierte gegenüber der Presse eine Entschuldigung, nach Angaben des Unternehmens ist das Einfügen des Wortes „Terrorist“ auf einen Fehler in der automatischen Übersetzung zurückzuführen.

    Fahad Ali, Sekretär bei “Electronic Frontiers Australia”, kritisierte, dass Meta nicht weiter darauf eingehe, an welcher Stelle der Fehler entstanden ist. “Liegt es am Grad der Automatisierung? Liegt es an einem Problem mit einem Trainingssatz? Liegt es am menschlichen Faktor in diesen Tools? Darüber gibt es keine Klarheit.“.

    Zunehmende Kritik an Meta

    Das fehlerhafte Übersetzen des Instagram-Bios ist nicht das erste Mal, dass der Konzern seit der Eskalation am 07. Oktober in Israel/Palästina in der Kritik steht. So berichten verschiedene palästinensische Accounts sowie Aktivist:innen, die sich „pro Palästina“ aussprechen, dass sie von sogenannten „Shadowbans“ also einer Einschränkung ihrer Reichweite durch den Konzern betroffen sind. Der Live-Videodienst auf Facebook sei ebenfalls für kurze Zeit weltweit ausgefallen.

    In einem Blog-Beitrag am Mittwoch wehrte der Konzern die Kritik ab. Seit Beginn des Kriegs habe man lediglich neue Maßnahmen ergriffen, um der Zunahme schädlicher und potenziell schädlicher Inhalte auf den Plattformen entgegenzuwirken. Dies sei nicht auf Posts über Israel und Palästina beschränkt gewesen. Zuletzt verwies Meta auf das Recht, gegen fälschlich zensierte Inhalte Beschwerde einzureichen.

    Ali fordert, dass Meta seine Moderationspolitik transparenter gestalten solle: “Wir wissen nicht, wo Meta eine Grenze zieht und ob sie tatsächlich gegen die palästinensische Rede verstoßen. Aber wir haben den Eindruck, dass viele Palästinenser das Gefühl haben, dass ihre Konten ins Visier genommen oder abgeschaltet wurden”.

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