In Berlin stehen 527 Wohnungen zum Verkauf. Allein der Verdacht, die Wohnungsgesellschaft  „Deutsche Wohnen“ (DW) könne das Gebäude kaufen, bewegte MieterInnen dazu, Proteste zu organisieren. Mittlerweile dementierte die DW, die Immobilie kaufen zu wollen.

527 Sozialwohnungen, in denen rund 1.500 Menschen leben, stehen in Kreuzberg zum Verkauf. Derzeit sind die Gebäude im Besitz eines Immobilienfonds, allerdings hatten MieterInnen VertreterInnen des Konzerns Deutsche Wohnen in ihrer Straße gesehen. Das hat sie aufmerksam gemacht, die Deutsche Wohnen hat insbesondere in Berlin keinen guten Ruf: Immer wieder werden dort Proteste gegen den Immobilienkonzern organisiert, und gegen ihn richtete sich auch die Bewegung #enteignen.

Spontan fanden sich rund 50 AnwohnerInnen zum Protest zusammen. Der Bau-Stadtrat des Bezirks unterstützte sie. Von ihm ging auch die Information aus, dass die Wohnungen an InvestorInnen verkauft werden sollen, obwohl auch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft ein Gebot abgegeben hatte.

Mit Share Deals ausgehebelt

Insbesondere prangern die Miet-AktivistInnen die sogenannten „Share Deals“ an. Sie funktionieren folgendermaßen: Ein Unternehmen kauft nicht die Immobilie selbst, sondern nur entsprechende Wertpapiere mit einem Anteil bis zu 95%. Dies ist ein Trick, mit dem vermietende Unternehmen darum herum kommen, Grunderwerbssteuer zahlen zu müssen. Auch das gegebenenfalls existierende Vorkaufsrecht würde dadurch ausgehebelt.