Die Kosten für die den deutschen Schützenpanzer „Puma“ explodieren immer weiter. Mittlerweile ist er der teuerste Schützenpanzer der Welt geworden.

Die Skandale rund um die Bundeswehr, ihre Waffensysteme und ihre geplante Aufrüstung reißt nicht ab. Kaum ein Waffensystem ist vollständig einsatzbereit, und die Kosten für Neuanschaffungen explodieren regelmäßig, so dass sie kaum mehr erschwinglich sind, während die deutsche Rüstungsindustrie gigantische Profite einfährt.

350 neue Schützenpanzer vom Typ „Puma“ hat die Bundeswehr vor mehr als anderthalb Jahrzehnten bei den deutschen Rüstungsschmieden Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann und deren Tochterfirmen bestellt. Seit der Bestellung vor rund 17 Jahren haben sich die Kosten für die Anschaffung und Ausstattung der Panzer um 2,9 Milliarden auf nun beinahe 6 Milliarden Euro beinahe verdoppelt.

Die Steigerung der Kosten hat unter anderem mit zahlreichen Mängeln der Panzer zu tun und mit entsprechend geschlossenen Verträgen, die eine solche massive Ausweitung der Kosten zulassen. Im Jahr 2013 mussten die Hersteller noch eine Mängelliste mit rund 1.000 Einzelpositionen abarbeiten. Gleichzeitig hat die Bundeswehr die Anforderungen an den Panzer laufend erhöht, so dass die Panzer mehrfach nachgerüstet werden müssen.

Verschlusssache Bundeswehr

Der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Matthias Höhn hatte die aktuelle Kostenaufstellung in einer parlamentarischen Anfrage erfragt. Er nennt das Projekt „eines der größten Fehlplanungen des Verteidigungsministeriums“.

Durch zusätzliche Panzerung und Ausstattung ist der „Puma“-Panzer so schwer geworden, dass er – zusammengebaut – nicht  mit den Militärflugzeugen der Bundeswehr transportiert werden kann. Ein Teil der Panzerung muss also für den Transport abmontiert und gesondert verfrachtet werden, um am Einsatzort wieder angebaut werden zu müssen.

Der „Puma“ ist der am stärksten motorisierte, teuerste und schwerste Schützenpanzer der Welt. Dabei gibt es immer wieder Probleme mit einzelnen Bauteilen, mit der eingebauten Software und der Bewaffnung.