Sven W. war beharrlich: Nachdem der junge schwule Mann bei einem Christopher Street Day (CSD) Polizeigewalt erfahren hatte, stand er selbst vor Gericht. Nach kräftezehrenden Verfahren geht das Land NRW nun auf seine Forderung nach 15.000 Euro Schmerzensgeld ein.

Vor genau fünf Jahren erlebte Sven W. bei der Cologne Pride – der Kölner CSD-Parade – Polizeigewalt. Sie mündete in einer Festnahme, rechtswidriger Blutabnahme und damit, dass Sven nur mit nasser Kleidung entlassen wurde.

Nach dieser Nacht endete die Gewalt, die der junge Kölner erlebte, nicht – sie setzte sich vor Gericht fort. Denn nach einer lupenreinen Täter-Opfer-Umkehr mussten sich nun nicht die gewalttätigen Beamten, sondern Sven als Angeklagter verantworten. Es folgte eine juristische Odyssee, über die auch Perspektive Online berichtete.

Homofeindliche Gewalt gegen Sven: Staatsanwaltschaft behindert Aufklärung um jeden Preis

Zuletzt waren die Vorwürfe, die Sven als Täter darstellten, eindeutig ausgeräumt. Das Verfahren gegen zwei beteiligte Polizisten wurde gegen Geldauflagen eingestellt. Sven nahm selbst an vielen Sitzungen des Innen- und Rechtsausschusses des Landtags teil.

Das Land hatte Sven zunächst in einem Vergleich 2.000 Euro Schmerzensgeld angeboten – eine kümmerliche Summe. Sven forderte 15.000 Euro Schmerzensgeld. Nun hat das Land NRW seiner Forderung stattgegeben. Der jahrelange Prozess endet in einem Vergleich.

Sven W. erlebte heftige, homofeindliche Gewalt. Allern Widerständen zum Trotz beharrte er auf seinem Recht. Gleich für mehrere juristische Fehltritte entschuldigten sich die Richter im Nachhinein. Während seines Prozess erfuhr der junge Kölner immer wieder die Solidarität der Community und auch die anderer von Polizeigewalt Betroffener – etwa, als er auf einer Kundgebung gegen Polizeigewalt seine Geschichte erzählte:

Polizei bricht Arm und erzwingt nacktes Ausziehen – bewegende Kundgebung gegen Polizeigewalt in Köln


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